Tanganjikaseecichliden

Der Tanganjikasee ist der zweitgrößte See Afrikas und der sechstgrößte See der Erde. Außerdem ist er mit einer Tiefe von bis zu 1.470 m der zweittiefste See weltweit. Von der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird der Tanganjikasee als der artenreichste Ort der Welt bezeichnet. Der See beheimatet über 300 Fischarten von denen 95 % endemisch (nur in diesem Gebiet vorkommend) leben. Besonders Buntbarsche, dominieren diesen See, da sich diese besonders gut an die Mineralienkonzentration des Sees anpassen konnten.  Der See ist unterhalb einer Tiefe von 200 m nahezu anaerob (ohne Sauerstoff) und aufgrund der fehlenden Wasserumwälzung ohne höheres Leben.

Die Uferzonen des Tanganjikasees sind teilweise felsig oder bestehen aus großen Sandbänken. In den Sandzonen des nur spärlich bewach-senen Tanganjikasees wächst z.B. das Tausendblatt, zwischen den Felsen sind oftmals Vallisnerien anzutreffen. Eine gute Nahrungs-grundlage für viele Lebewesen des Sees bieten natürlich auch die Algen, die weite Strecken der Felsen überziehen.  

Die Wassertemperatur des Sees liegt relativ konstant bei 24 - 26°C und sollte dies daher auch bei der Haltung im Aquarium berücksichtigt werden.  Der pH - Wert liegt bei 7,5 - 9,5, die GH bei  10 - 12°dGH, die KH bei 16 - 19° dKH und die Leitfähigkeit bei  500 - 600 µS.  

 

Bei der Pflege von Tanganjika-Cichliden ist zu beachten, dass diese zwar alle die gleichen Ansprüche an das Wasser stellen, sie jedoch trotzdem nicht beliebig untereinander vergesellschaftet werden können. Dabei spielen Faktoren wie die Endgröße, aber auch ihre Revier- und Nahrungsansprüche sowie ihr Sozialverhalten eine große Rolle. Es gilt zu überlegen, ob in einem Aquarium kleinbleibende Schneckenbunt-barsche, im Freiwasser lebende Cyprichromis-Arten oder maulbrütende Felsencichliden gepflegt werden sollen.

 

Für Schneckenbuntbarsche reichen oft kleiner Becken bis zu 100 Liter, Cyprichromis-Arten benötigen große Freiwasserflächen und daher Becken mit mindestens 500 Liter. Auch maulbrütende Felsencichliden wie Tropheus sollten Becken mit 500 Liter aufwärts zur Verfügung gestellt bekommen. Grundsätzlich gilt: Desto größer das Aquarium umso besser!

 

Eine besondere Bedeutung kommt beim Tanganjikabecken der Gestaltung der Rückwand zu. Diese sollte nicht nur dekorativ sein, sondern auch Rückzugsmöglichkeit und Schutz für die Tiere bieten. Zur artgerechten Einrichtung und Dekoration dürfen Steine im Tanganjika-becken nicht fehlen. Verzichtet sollte hingegen auf Wurzeln und andere Holzbestandsteile werden, da diese auch im Tanganjikasee kaum vorkommen und diese das Risiko bergen, Huminsäuren an das Wasser abzugeben und dadurch den pH-Wert stark absenken können. Konsequenterweise muss dann allerdings auch auf die Haltung von Ancistrusarten (Antennenwelse) verzichtet werden, die oft und gerne zur Algenbeseitigung eingesetzt werden. Diese Fische benötigen Zellulose zur Verdauung und damit ist es notwendig diesen Fischen zumindest ein kleines Stück Moorkienholz oder eine Kokosnussschale  zur Verfügung zu stellen.

Bei den Steinen spielt es keine Rolle, ob es sich um Schieferstein oder Lochgestein handelt. Auch gibt es im Handel zahlreiche Kunststoff-höhlen und Felsen die Steinen täuschend echt nachempfunden sind und die den Vorteil des geringen Gewichtes haben. Bei den Steinen soll darauf geachtet werden, dass diese keine scharfen Kanten aufweisen, an denen sich die Fische verletzen könnten. Zu beachten ist auch, dass viele Cichliden Wühler sind, und durch untergraben ein Steinaufbau sehr schnell zum Einsturz gebracht werden kann.

 

Im natürlichen Biotop ist überwiegend mittlerer bis grober Sand zu finden, sodass dies auch im Aquarium die ideale Bodengrundgestaltung darstellt. Dieser ist im natürlichen Biotop beige oder grau. Dies sollte auch im Aquarium berücksichtigt werden, da die Fische sich auf zu hellem Untergrund unwohl fühlen und dadurch die Farbenpracht der Tiere oftmals verblasst.

 

Auch wenn Wasserpflanzen eine interessante Dekoration darstellen und zur Belebung eines jeden Aquariums beitragen, sind nur wenige für Tanganjikabecken geeignet. Die meisten Aquarienpflanzen benötigen weicheres Wasser mit einem niedrigeren pH-Wert als dies in einem Tanganjikabecken der Fall ist. Durch die Grabaktivität der Barsche werden Pflanzen außerdem oftmals entwurzelt. Im natürlichen Lebensraum sind hauptsächlich Vallisneria- und einige Potamogeton-Arten zu finden. Fürs Aquarium mit diesen Cichliden eignen sich auch das afrikanische Speerblatt (Anubias barteri) oder der Javafarn (Microsorum pteropus), da sich diese Sorten auch sehr gut zwischen Steine klemmen lassen.

 

Die für die Aquaristik interessanten Tanganjikaseecichliden sind vorwiegend im ufernahen Bereich zu finden. Die „Geröllzonen“ sind dabei die fischreichsten Biotope. Die meisten hier vorkommenden Arten gehören zu den maulbrütenden Aufwuchsfressern. Dazu zählen Arten der Cichlidengattungen Eretmodus, Tanganicodus, Spathodus, Tropheus, Petrochromis und Simnochromis. Ebenfalls zu finden sind hier Versteckbrüter wie Neolamprologus, Julidochromis, Telmatochromis und Chalinochromis. In der Übergangszone zwischen Fels- und Sandbereich  sind hauptsächlich Ophthalmotilapiaarten und Cyprichromisarten ansässig. Im Sandlitoral finden sich hauptsächlich Callochromis, Ophtalmochromis, Cyathopharynx, Aulonocranus und Xenotilapia Arten.
 

Im tieferen Sandlitoral leben vor allem auch zahlreiche Schnecken-buntbarsche. Sie gehören der Gattung Lamprologus und Neolampro-logus an und bewohnen die leeren Schneckengehäuse von Neothauma- Schnecken. Die meisten dieser Arten erreichen nicht viel mehr als eine Länge von 5 cm und benötigen zur Pflege jeweils nur ein leeres Schneckenhaus. Ideale Schneckengehäuse sind z.B. die Gehäuse der Weinbergschnecke.

 

In tieferen Bereichen von 10-50 m Tiefe kommen z.B. Cyphotilapia frontosa und weitere räuberisch lebende Arten vor. Sie halten sich jedoch nahe kleineren Felsformationen im Sandlitoral auf. Der Fang von Zierfischen aus Tiefen von 30 – 50 Meter gestaltet sich oftmals schwierig, da alleine für die Dekompressionsphase mehrere Tage benötigt werden. Alle Cichliden aus tieferen Zonen des Tanganjikasees sollten möglichst nicht mit aggressiven oder schwimmfreudigen Fischen zusammengesetzt werden,  da sie ein großes Ruhebedürfnis haben.


In der Freiwasserzone sind vornehmlich planktonfressende Cichliden der Gattungen Lepidochromis, Trematocara und Gnathochromis zu finden.

 

Leider wird in der Aquaristik gerne der Fehler gemacht, ein riesiges Sammelsurium an Zierfischen in einem Becken zu halten. Auch wenn man in einem Tanganjikabecken noch so viele Steine und Höhlen verwendet, wird es nicht möglich sein, für jeden einzelnen Buntbarsch ein ausreichend großes Revier zu schaffen, wenn diese als „Cichliden-Sammlung“ gehalten werden.

 

Sehr beliebte Zierfische dieses Sees sind z.B. Neolamprologus longior oder Neolamprologus lelupi. Diese werden gerne als kleine Gruppe verkauft. Dies ist allerdings nur für sehr große Aquarien sinnvoll, denn ab einer bestimmten Größe wird ein dominantes Männchen seine schwächeren Artgenossen so lange intensiv jagen, bis diese verendet sind. Wer nicht beabsichtigt, diese Gattung zu züchten, kann problemlos einen einzelnen Fisch dieser Gruppe mit anderen Tanganjikasee-cichliden vergesellschaften, da es sich bei diesen um Einzelgänger handelt.

 

Ebenfalls im Tanganjikasee sind verschiedene Arten von Krabben, Ringelwürmer, Schnecken, Muscheln, Süßwasserquallen und Schwämmen zu finden. An einigen Uferregionen haben sich Nilkrokodile angesiedelt.

 

PAP4/2013

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