Auf Tour mit Hund

Nicht nur in Tirol waren die letzten Tage bzw. Wochen von einem teils massiven Wintereinbruch geprägt. So liegt nun überall eine geschlossene Schneedecke und ermöglicht somit auch für Hundebesitzer ganz neue Varianten für den täglichen Spaziergang: Schitourengehen!

 

Das Schitourengehen ist mittlerweile zu einer absoluten Trendsportart mutiert. War diese Sportart, bei der man mit Steigfellen an den Schiern den Berg zuerst hinaufsteigt und im Anschluss (natürlich ohne Felle) selbigen wieder hinunterfährt, früher eher einer kleinere Szene bekannt, so ist sie mittlerweile zum Breitensport geworden. An schönen Tagen gehen oft zahlreiche Sportler im Gänsemarsch zu lohnenden Zielen. Man kann sich sowohl auf präparierten Pisten in Schigebieten oder auch im freien Gelände bewegen. Zweiteres stellt selbstverständlicherweise höhere Anforderungen an die Eigenverantwortung in Bezug auf Einschätzung der Lawinensituation, Schneelage und Wetterverhältnisse und setzt die Mitnahme von entsprechender Ausrüstung voraus. Allgemein kann gesagt werden, dass eine Schitour, egal ob mit oder ohne vierbeiniger Begleitung, in jedem Fall durchdacht sein sollte. Nimmt man seinen Hund mit auf eine Tour, so sind einige weitere wichtige Punkte zu beachten.

Vor der ersten Schitour sollte man seinen Hund an die neue Situation gewöhnen. Der Vierbeiner muss erst lernen, dass es normal ist, dass sein Herrchen oder Frauchen sich mit Schi und Stöcken fortbewegt. Es kann auch sein, dass der Hund anfangs Angst vor Schifahrern hat, da sich diese oftmal sehr schnell auf ihn zubewegen. Diese neuen Eindrücke muss der Hund erst verarbeiten. Aber er wird sehr schnell lernen, dass mit den „langen Latten“ ein toller Ausflug verbunden sein wird.

 

Die einfachste Variante ist die sogenannte Pistenschitour. Dabei steigt man am Rand einer präparierten Piste auf. Ziele sind meist Bergstationen, bewirtete Almen oder kleinere Berggipfel ganz in der Nähe des Schigebietes. Nach erfolgtem Aufstieg erfolgt die Abfahrt über die präparierte Piste. Diese Art der Schitour setzt geringeres, schifahrerisches Können voraus, da man sich nicht mit Tiefschnee konfrontiert sieht. Dafür sind die Anforderungen an den Hundeführer ungleich höher, da sich meist sehr viele andere Personen im unmittelbaren Nahbereich des Hundes befinden. Aufgrund der Tatsache, dass Schifahrer teils mit durchaus hoher Geschwindigkeit den Berg hinunterfahren, ist es unbedingt erforderlich, dass der Hund gut erzogen ist und weis wo sein Platz ist. Idealerweise geht der Hund „bei Fuss“. Ansonsten besteht Gefahr, dass der Hund den einen oder anderen Schifahrer als Beute oder Spielpartner einstuft und ihm nachjagen will. Es gibt auch einige allgemeine Empfehlungen und regionale Vorschriften, was das Schitourengehen auf Pisten anbelangt, die unbedingt einzuhalten sind, um Konflikten mit anderen Wintersportlern vorzubeugen. Beim Aufstieg kann man den Hund problemlos anleinen. Ich empfehle in jedem Fall eine Leine mit Bauchgurt, da dieses System eine sichere Verbindung zum Hund darstellt und die Hände ja immer frei sein sollten. Bei der Abfahrt ist es schon erheblich schwieriger, dem teilweise verordneten Leinenzwang Folge zu leisten. Manchmal kann man den natürlichen Folgetrieb des Hundes ausnutzen, da er ohnehin alle Pfoten voll zu tun haben wird, einem nachzulaufen, wenn man etwas zügiger abfährt. Für den Regelfall kann man eine Schleppleine mit ca. 5 Meter Länge verwenden. Damit hat man den Hund ausreichend unter Kontrolle und immer noch genug Freiraum, um die Abfahrt gefahrlos zu bewältigen.

 

Eine weitere Möglichkeit stellen Schitouren im freien Gelände dar. Dabei erklimmt man Ziele ohne an Schigebiete gebunden zu sein. Es wird nur ein Start- und ein Zielpunkt mit ausreichend Schnee dazwischen benötigt. Mag dies zuerst verlockender klingen, da man im Idealfall weit weg ist von den Menschenmassen und somit auch seinen Hund frei laufen lassen kann, muss man sich der Anforderungen im freien Gelände bewusst sein. Die Schönheit der unberührten Natur darf keinesfalls über damit verbunden Gefahren (Lawinen, Wetter, Funklöcher, etc.) hinwegtäuschen.  An dieser Stelle sei jedoch speziell auf die Aspekte einer solchen Schitour mit Hund eingegangen. Es mag stimmen, dass man im freien Gelände den Hund ohne Leine laufen lassen kann, jedoch ist dies meist auch nicht ausdrücklich erlaubt. Der Hund sollte in jedem Fall gehorchen und keinen ausgeprägten Jagdtrieb haben und sich auch ohne Leine ausschließlich im Nahbereich des Tourengehers aufhalten. Auch das Gewicht eines Hundes kann ausreichen, um ein Schneebrett loszutreten, und so ist es nicht ideal, wenn der Vierbeiner sich oberhalb des Hundeführers im steileren Gelände durch den Schnee arbeitet. Aber aufgrund des Tiefschnees werden die meisten Hunde bald den Entschluss fassen, hinter einem in der Aufstiegsspur zu gehen, da es viel weniger anstrengend ist, wenn man nicht bei jedem Schritt im Schnee einbricht. Nach erfolgtem Aufstieg belohnen meist eine schöne Aussicht und eine herrliche Schiabfahrt im freien Gelände. Für die Gelenke eines Hundes ist es viel schonender wenn man die erste Variante wählt.

 

Eines haben beide Varianten gemeinsam: Man verbringt Zeit mit seinem Vierbeiner. Ich bin mir sicher, dass diese Art des Gassigehens auch ihrem Vierbeiner gefällt. Abschließend sei der Hundehalter noch auf ein paar allgemeine Aspekte aufmerksam gemacht.

Der Mensch schützt sich vor unangenehmer Witterung mit angepasster Kleidung, so im Winter meist mit wärmender funktionaler Ausrüstung. Dem Hund wird diese meist nicht zugestanden, da er ja ohnehin ein Sommer- und Winterfell hat, um sich den jahreszeitlichen Temperaturschwankungen anzupassen. Solange der Vierbeiner in Bewegung ist, mag das Winterfell für Schitouren ausreichend sein. Unsere Hunde bekommen einen Mantel wenn wir Zuhause losfahren damit die Muskeln im Auto nicht auskühlen, während der Tour gehen sie ohne Mantel mit da sie in Bewegung sind aber am Gipfel wo oft ein eisiger Schneesturm weht und ihnen die Eiszapfen schon an den Barthaaren hängt sind sie froh um einen Mantel. Bei der Abfahrt ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Idealerweise fährt man immer etwas vor seinem Hund ab, damit dieser einem nicht vor die Schi laufen kann (Verletzungsgefahr durch die scharfen Kanten). Jedoch sollte man auch nicht zu schnell fahren, da das Bergablaufen, unter Umständen auch noch im Tiefschnee, eine sehr große Belastung für die Gelenke des Hundes darstellt. In jedem Fall sollte man seinen Hund langsam und in kleinen Schritten an diese neue herausfordernde Sportart gewöhnen.

 

Abschließend möchte ich noch den für mich wichtigsten Aspekt von Schitouren mit Hund hervorheben. Auch ich gehörte ursprünglich zu den Höhenmeter fressenden und auf jede Sekunde achtenden Freizeitsportlern. Doch wurde ich wiederum von diversen Vierbeinern eines besseren belehrt. Oftmals musste ich stehenbleiben weil die Leine verwickelt war. Dabei schaute ich meist nicht nur nach meinen Hunden, sondern mich auch ein wenig um. So nehme ich mittlerweile auch meine Umgebung wieder bewusster war. Schließlich sollte das Schitourengehen in der Natur und der „Spaziergang“ mit dem Hund als gemeinsames Genusserlebnis in Erinnerung behalten werden.

 

Autor: Thomas Erlacher

PAP 1/2013

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