Terrarien-Pflanzen

Die Bepflanzung eines Terrariums schafft Lebensraum. Sie bietet den Tieren Schau-, Ruhe- und Versteckmöglichkeit. Für manche Tiere bieten sie Klettergelegenheit, Revierabgrenzung oder schafft Nist- und Laichplätze.

Auch wenn sich Terrarien durch die Terrariumtechnik mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit perfekt einstellen und regeln lassen, sind Pflanzen sehr oft nicht nur eine optische Bereicherung  des Lebensraumes Terrarium,  sondern auch eine positive Bereicherung des Mikroklimas. Durch sie wird der Boden beeinflusst, Bodenfeuchtigkeit und Mikrofauna im Boden werden reguliert.

Der Terrariumboden ist Teil des Gesamtbiotopes. In ihm finden zahlreiche biologische Zersetzungs- und Umbauprozesse statt. Und natürlich leben auch im Terrariumboden für uns kaum sichtbare und unsichtbare Kleintiere, Bakterien und Pilze.

Da Pflanzen meist keine größere Erwärmung der Wurzeln  über 26°C mögen und darüber hinaus der Boden im Pflanzbereich bei höheren Temperaturen austrocknet, ist darauf zu achten, dass die Bepflanzungszone im Terrarium eine räumliche Abtrennung zu z.B. Sonnenplätzen, Grabplätzen etc.  erhält. Natürlich sind auch die unterschiedlichen Bedürfnisse je nach Herkunft zu berücksichtigen.

Je nach Pflanzen und Tierart muss die Bodenschicht zwischen 2 cm und 50 cm (die meisten Pflanzenarten für Terrarien kommen jedoch mit 10 cm aus) betragen, um den Pflanzen das Ausbreiten des Wurzelwerkes zu ermöglichen und grabenden Tierarten genügend Lebensraum zu bieten.

Sandboden enthält für Pflanzen zu wenig Nährstoffe. Bei einigen Pflanzenarten kann Sandboden durch Beimischung von grobkörnigem Lehm  aufgewertet werden. Für Karstbiotope eignet sich Kalkboden gemischt mit humoser Erde. Terrarienerde für Feuchtbiotope stellt man am besten selbst mit jeweils 1/3 Torfmull, Sand und Walderde her. Ideal ist es, wenn die Walderde sich in einem mittleren Verrottungszustand aus Buchenbeständen befindet. Zur mineralischen Bereicherung kann noch eine kleinere Menge trockener Lehm beigemengt werden. Zur Erreichung einer größeren Sterilität besteht die Möglichkeit, die Erdmischung im Backofen bei 90 - 100 °C für etwa 30 Minuten zu erhitzen.

Zu den epiphytischen  Pflanzen (Aufsitzerpflanzen) zählt man Tillandsien (Familie der Bromelien) und die Mehrheit der Bromelien.  Dem Konkurrenzkampf am Boden entflohen, haben sie sich an ihren natürlichen Standort, dem Dach des eher trockenen Ökosystems Regenwald und den extremen Schwankungen dieses Ökosystems angepasst. Geachtet werden muss auch auf Verunreinigungen durch Harn und Kot der Terrarientiere. In geringen Mengen können Pflanzen und Mikrofauna diese abbauen. Bei größerem Tierbesatz kann es jedoch durch die Ausscheidungen zu einer Überdüngung im Boden kommen. Auch aus diesem Grund sollte neben der Vermeidung von Staunässe eine Drainage mit Bodenablauf für überschüssiges Wasser eingebaut sein.

ACHTUNG: Eine Drainageschicht ist nur dann sinnvoll, wenn das durchsickernde Wasser durch einen Ablauf entfernt werden kann, da jedes stehende Wasser faulig werden kann. Neben unangenehmen Geruch kann dies auch die Pflanzen schädigen.

Bei trockenen Terrarien eignen sich besonders Plastiktöpfe für die Pflanzen, da diese die Feuchtigkeit besonders gut speichern. Um Pflanzen vor grabenden Terrarien Tieren zu schützen, empfiehlt es sich, die Pflanzen in Töpfe zu setzen , diese im Bodengrund zu versenken und den Bodengrund des Topfes mit eine Gazeabdeckung zu versehen.

Für Regenwaldterrarien sind Rückwände ideal, die auch Feuchtigkeit abgeben können. Geeignet dafür sind Baumfarnplatten. Aber auch bei Steinplatten lassen sich beim Bau entsprechende Pflanzennischen einbauen. Hierbei ist zu achten, das ausreichend große Abzugslöcher vorhanden sind.

Für die Bepflanzung des Terrariums gilt auch wie beim Aquarium: Kleine Pflanzen in den Vordergrund, große Pflanzen in den Hintergrund. Alle Pflanzen sollten ausreichend Licht erhalten.

Beispiele für Terrarienpflanzen:

Acorus gramineus

Diese Sorte gehört zur Gruppe der Kalmusgewächse (Acoraceae) und ist in Ostasien und Japan beheimatet. Kalmus-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen die eine Höhe von bis zu 50 cm erreichen.  Submers (untergetaucht) ist sie vorübergehend im Kaltwasseraquarium kultivierbar. Besser ist sie als Wasserrandpflanze im Paludarium oder feuchtem Terrarium bei  15 - 24 °C zu pflegen. Die buntlaubigen Varietäten vertragen auch höhere Temperaturen.  Die Pflanze ist bedingt Winterhart.

Dracaena deremensis

Diese Pflanze stammt aus dem tropischen Afrika mit zahlreichen unterschiedlichen Sorten. Die Pflanzen werden häufig als Stammabschnitte importiert. Sie besitzen an der Spitz der Stämme meistens einen oder mehrere Austriebe. Wegen diesen Blattschopfes werden sie oft als Palmen bezeichnet, obwohl sie zur Familie der Agavengewächse gehören. Die Pflanze ist gut für halbtrockene Terrarien geeignet. Die Pflanze benötigt viel Licht und lehmhaltigen, nährstoffreichen Boden. Eine mäßige Luftfeuchtigkeit ist ausreichend.

Peperomia rotundifolia

Diese Pflanze stammt aus Mittel- und Südamerika und gehört zur Familie der Piperaceae. Sie ist eine kriechend wachsende Pflanze, die sich bei ausreichender Beleuchtung als Bodendecker aber auch als Epiphyt eignet. Epiphytisch gepflanzt benötigt sie unbedingt Feuchtigkeit an den Wurzeln. Die Vermehrung erfolgt durch Sproßstecklinge.

Polypodium vulgare

Sie gehört zu den Polypodiaceae und ist in Europa bis Ostasien, Marokko und N-Amerika beheimatet. Dieser immergrüne Farn hat bis zu 40 cm lange dunkelgrüne Wedel. Die Blätter sind zweizeilig wechselständig gefiedert. Diese auch einheimische Art wächst häufig auf Felsen, Mauern oder am Boden, dort meist in sandigem, humosem Grund. Ideal geeignet ist sie für das Freilandterrarium, aber auch für halbtrockene bis feuchte ungeheizte Zimmerterrarien zur Pflege einheimischer Amphibien.

PAP 2/2012

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