Familie Erdmann – da ist immer etwas los!

Gleich beim Eingang des Linzer Zoos kann man die lebhaften Erdmännchen beobachten: Hier ist immer etwas los, egal ob es Vormittag oder Abend ist, ob Winter oder Sommer.

Im Moment setzt sich die Gruppe aus dem dominanten Weibchen „Nadine“ und ihrem aus Männchen bestehenden Hofstaat zusammen. Nadine hat immer alles perfekt unter Kontrolle und kein Besucher kommt unbemerkt an ihr vorbei. Auch wenn es Futter gibt, ist die Dame des Hauses immer zur Stelle und sucht sich die Besten Stückchen heraus. Nicht umsonst ist sie das größte und kräftigste Tier der Gruppe. Aber nicht nur an der Größe, auch am meist aufgestellten Schwanz und den Bocksprüngen, die sie vollführt wenn sie aufgeregt ist, kann man die Königin gut erkennen.

Das Erdmännchen gehört zur Familie der Mangusten und stammt ursprünglich aus den Savannen und Halbwüsten im Süden Afrikas. Mit oft nicht einmal einem Kilogramm Körpergewicht sind sie zwar klein und zart, können in der Gruppe – Kolonie genannt – aber viel bewerkstelligen. Jedes Mitglied der Kolonie trägt zu einem kooperativen Verhalten bei und so gibt es Wächter, die nach Feinden Ausschau halten, Bauarbeiter, die die Tunnel auf Vordermann bringen, Babysitter, die auf den Nachwuchs aufpassen und Jäger, die für das Futter sorgen. Diese Zusammenarbeit wirkt sich positiv auf die ganze Gruppe aus, erhöht die Überlebensrate der Jungen und deren Entwicklung

Auch im Zoo kann man diese Verhaltensweisen gut beobachten: Besonders die Baumstämme und Steine in der Außenanlage werden gerne als Wachposten genützt, die Jungen werden von der ganzen Gruppe gehegt und gepflegt und die Bauten werden ständig erneuert und vergrößert. Beim Graben können die Tiere die kleinen Ohren so verschließen, dass kein Sand eindringen kann. Die Tierpfleger müssen gut darauf achten wo sie in der Anlage hin steigen – nicht, dass einer der Tunnel einstürzt und ein Tier begräbt. Nach der Arbeit bei den Erdmännchen zählen die Tierpfleger immer alle Tiere durch.

Ihren deutschen Namen haben die Erdmännchen vermutlich daher, dass sie unter der Erde wohnen und oft „Männchen“ machen. Um in dieser Position möglichst gut und weit zu sehen, haben Erdmännchen dunkle Ringe um die Augen. Diese verhindern, dass sie dabei allzusehr von der Sonne geblendet werden. Natürlich machen sie das nicht zum Spaß: Während die Wächter ihre Arbeit machen, kann der Rest der Gruppe in aller Ruhe zum Beispie nach Futter suchen. Anhand verschiedener Laute wissen die Erdmännchen genau, ob alles in Ordnung ist, sich ein Feind nähert oder es gerade Zeit für einen Wachablöse ist.

Besonders entzückend sind natürlich die Erdmännchen Babies. Nach einer Tragzeit von etwa 77 Tagen bringt das dominante Weibchen der Gruppe meist zwei bis vier Junge zur Welt. Sie wiegen ca. 50g. In den ersten zwei Wochen ihres Lebens sind die kleinen Erdmännchen blind und taub. Erst mit zwei Wochen können sie ihre Umgebung richtig wahrnehmen. Besonders der Ober-Babysitter wird in den ersten Wochen und Monaten sehr gefordert, da er Tag und Nacht für die Babies da sein muss und ihnen das Leben in der Kolonie und das Beutemachen schrittweise beibringt. Mit Hilfe der Mitglieder der Kolonie können die Erdmännchen bis zu drei Mal pro Jahr Junge großziehen. Die Königin Nadine im Linzer Zoo hat im Jahr 2013 zwei Mal Junge bekommen: Im April durften wir Zwillinge und im Juli sogar Fünflinge begrüßen! Alle Jungen entwickelten sich zu kräftigen Tieren und konnte mittlerweile an verschiedene Zoos abgegeben werden. Auch 2014 scheint wieder ganz im Zeichen vom Nachwuchs zu stehen: Ein Jungtier tollt bereits durch die Anlage.

Die tagaktiven Tiere verbringen viel Zeit des Tages damit, nach Futter zu suchen. Meistens stehen Insekten aller Art auf dem Speiseplan, aber auch Vögel, Eidechsen, Eier Knollen und süße Beeren werden gerne gefressen. Nach Sonnenuntergang, bei extremen Regen oder in der Mittagshitze Afrikas ziehen sie sich wieder in ihren Bau zurück.

In der Nähe von Farmen sind die „Komiker der Wüste“ meist gar nicht gerne gesehen, denn mit ihren weitläufigen Bauten zerstören sie manchmal Farmland. Auch als Überträger der Tollwut wurden sie entlarvt. In der Natur werden Tiere nur etwa sechs Jahre alt, da ihr Leben durch Feinde, Nahrungsknappheit, Dürren oder Überschwemmungen stark gefährdet ist. Im Zoo erreichen sie ein Alter von bis zu 15 Jahren.

Auch wenn Erdmännchen süß und kuschelig aussehen, sind sie keine Schmuse- oder Streicheltiere! Mit ihren Spitzen Zähnen und den scharfen Krallen können sich die neugierigen aber dennoch sehr vorsichtigen Tiere sehr gut verteidigen und mögen es überhaupt nicht, angefaßt zu werden.

PAP 3/2013

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