Winterbeginn im Zoo Im Zoo zieht der Winter ein Winterzoo

von Zoodirektorin Mag. Juliane Thurner

 

Der Winter zieht ein und wir Menschen verkriechen uns zunehmend in unseren Wohnungen und Häusern, um dem naß-kalten Wetter zu entkommen. Im Zoo Linz gibt es hingegen einige tapfere Tiere, die dem Winter trotzen und sich im Schnee sogar ganz wohl zu fühlen scheinen. Manche Tiere machen es dem Menschen aber nach und halten sich lieber drinnen auf und andere hingegen würden im eisigen Freien sofort umkommen. Für die Linzer Zootiere gibt es je nach Tierart mehrere Möglichkeiten um den Winter bei uns gut zu überstehen.

 

Aktiv durch den Winter

Am besten trotzen die roten Pandas dem Winter. Sie kommen ursprünglich aus den Bergwäldern des Himalayas und fühlen sich deshalb bei kühlen Temperaturen am wohlsten. Um auf Eis und Schnee nicht auszurutschen sind sie mit behaarten Sohlen ausgestattet, welche sie auch vor Erfrierungen schützen.

 

Die aus den Anden stammenden Alpakas sind ebenfalls mit ihrer dicken Wolle optimal vor der Kälte geschützt und sogar die australischen Bennett-Kängurus und afrikanischen Zwergesel halten sich vorwiegend im Freien auf, eingehüllt in ein gemütliches Winterfell. Dieses bildet sich jedes Jahr im Herbst und hat in der Regel längere und auch dichter stehende Haare als das Sommerfell, wodurch ein rascher Wärmeverlust des Körpers verhindert wird. Ein trockener, windgeschützter Bereich steht natürlich auch diesen Tieren zur Verfügung, wo sie sich bei Bedarf unterstellen können.

 

Viele Tiere, wie Sika-Hirsche, Luchse und Uhus haben eine weitere Strategie, um den Winter besser verbringen zu können. Sie bauen auf ihre Fettreserven, auch Winterspeck genannt, welcher im Herbst durch eine vermehrte Nahrungsaufnahme angelegt wird. In freier Wildbahn ist ihre Nahrungssuche im Winter durch Schnee, Eis und ein knappes Nahrungsangebot erschwert, weshalb eine vorherige Gewichtszunahme für sie lebenswichtig ist. Im Zoo herrscht natürlich im Winter keine Nahrungsknappheit, dennoch nehmen die meisten Tiere im Herbst mehr Nahrung auf.

 

Winterlichen Nahrungsmangel kennt auch der Weißstorch. Der baut jedoch weniger auf Winterspeck, sondern macht sich im Herbst lieber auf den Weg Richtung Süden, um weniger der Kälte sondern dem geringeren Nahrungsangebot zu entkommen. Im Zoo bleibt der Weißstorch natürlich auch im Winter zuhause. Um den Wärmeverlust jedoch möglichst gering zu halten, versteckt er bei den frostigen Temperaturen häufiger eines seiner Beine unter dem aufgeplusterten Gefieder.

 

Lieber rein ins Warme

… gilt zum Beispiel für die Javaneraffen des Zoos. Sie fühlen sich bei tiefen Temperaturen in ihrem beheizten Haus am wohlsten. Nur zum Reinigen der Anlage lassen sie sich von ihrer Tierpflegerin überreden kurz ins Freie zu gehen. Die Erdmännchen hingegen lassen sich bei Schnee meist nicht einmal kurz in ihrem Außengehege blicken. Sie wollen es lieber ständig mollig warm haben und werden fast nur eng aneinander gekuschelt vorgefunden.

 

Ein beheiztes Haus besitzen auch die Chapman-Zebras und Nyala-Antilopen. Sie nutzen jedoch auch ihre Freianlage und wechseln meist mehrmals am Tag zwischen heimeliger Wärme und bibbernder Kälte, je nachdem wie es ihnen gerade angenehm ist.

 

Schlafen oder doch erstarren?

Zu den echten Winterschläfern gehören die freifliegenden Fledermäuse im Zoo Linz. Sie reduzieren ihren Gesamtenergieumsatz auf ein Minimum und senken deshalb Körpertemperatur, Atem- und Herzfrequenz, wodurch sie in einen stärkeren Starrezustand als den herkömmlichen Schlaf fallen. Die notwendige Energie, um die Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten beziehen sie aus den während des Sommers und Herbst angefressenen Fettreserven. Den ganzen Winter komplett durchzuschlafen schaffen aber nicht einmal die Fledermäuse, auch sie müssen hin und wieder kurz aufwachen, um nicht zu erfrieren.

 

Bei den griechischen Landschildkröten kann man nicht von Winterschlaf sprechen. Sie müssen sich nicht auf den Winter vorbereiten und zum Beispiel Futterdepots anlegen, sondern werden von den Tierpflegern in frostfreien Überwinterungsquartieren untergebracht. Sie verfallen einfach in eine Winter- bzw. Kältestarre. Diese Form der Überwinterung kommt nur bei Tieren vor, deren Körpertemperatur von der Außentemperatur geregelt wird. Die Sporn- und Köhlerschildkröten, die aus wärmeren Ländern wie Afrika und Südamerika stammen, bleiben das ganze Jahr über wach, daher muß im Zoo Linz dafür gesorgt wird, daß sie, wie auch alle anderen Tropen- und Wüstenbewohner, ständig ein warmes und trockenes Gehege bewohnen dürfen.

 

Zeitumstellung

Zootiere tragen natürlich keine Uhr, aber indirekt sind auch sie von der Zeitumstellung betroffen. Denn im Zoo herrscht ein geregelter Tagesablauf. Die Tiere werden zu festen Zeiten gefüttert und warten daher meist schon auf ihren Tierpfleger. Findet die Fütterung durch die Zeitumstellung im Herbst eine Stunde später statt, ist dies für die Tiere ungewohnt und es kommt vor, daß sie zur gewohnten Zeit am Gehegeeingang warten und sich wundern. Nach einigen Tagen haben sich jedoch alle an die neuen Zeiten angepaßt und die innere Uhr ist neu eingestellt.

Den Tieren in freier Wildbahn ist die Zeitumstellung relativ egal und auch Tiere, die sowohl tag- als auch nachtaktiv sind bemerken die veränderte Stunde nicht. Sie richten sich aber auch nicht nach dem Verhalten ihrer Pfleger und deren Tages- bzw. Arbeitsablauf.

Gesundheitliche Schäden/Beeinträchtigungen durch die Zeitumstellung wurden noch bei keiner wissenschaftlichen Studie nachgewiesen.


PAP 4/2012

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