Blindschleiche (Anguis fragilis)

Die etwa 40 bis 45 cm groß werdende Blindschleiche ist eine Eidechse mit schlangenförmiger Gestalt. Sie gehört zur Familie der Schleichen (Anguidae) und ist in fast ganz Europa heimisch. Im Unterschied zu den Schlangen sind die Augenlieder getrennt und frei beweglich, der Schwanz kann wie bei Eidechsen abgeworfen werden, regeneriert aber nur unvollständig nach.

Eine Blindschleiche muss sich beim Schlängeln mit ihrem ganzen Körper abstützen, da ihr im Gegensatz zu Schlangen die durchgehenden Bauchschuppen und der dazugehörige Muskelapparat fehlen. Weiteres Unterscheidungsmerkmal zur Schlange sind die beweglichen Augenlieder. Die Extremitäten sind vollständig zurückgebildet. Lediglich bei den Embryonen sind zu Beginn die vorderen Beinrudimente sichtbar, diese verschwinden jedoch nach kurzer Zeit. Bei erwachsenen Tieren weisen lediglich kleine Reste eines Schulter- und Beckengürtels an der Wirbelsäule auf die ursprüngliche Abstammung von beintragenden Vorfahren hin.

Die Färbung der Tiere ist sehr variabel. Die Oberseite ist oft grau bis braun bis kupfern schimmernd. Die Rückenmitte meist mit dunkler Linie gekennzeichnet.  Die Unterseite bläulich- bis schwarzgrau.  Die Flanken weisen zum Teil blaugraue Augenflecken auf. Jungtiere sind oft  hell silbergrau mit schwarzem Rückenstreifen. Der Schwanz der Blindschleichen ist mit etwas mehr als der Hälfte der Gesamtlänge des Tieres wesentlich länger als bei Schlangen. Die Blindschleiche besiedelt ein breites Spektrum an Vegetationstypen von der Wiese bis zum Hochwald sofern eine gewisse Bodenfeuchtigkeit und halbschattige Lagen gegeben sind. Landwirtschaftlich genutzte Gebiete und extrem trockene Habitate wie auch Hochgebirge werden gemieden. Blindschleichen leben sehr versteckt. Sie sonnen sich gerne in den Morgen- und Abendstunden oftmals auch nur indirekt z.B.  unter Steinblatten und Holzbrettern. Die Nahrungsauswahl fällt fast ausschließlich auf Regenwürmer und Nacktschnecken und gelegentlich Insekten, Spinnen.

Zur Überwinterung suchen Blindschleichen frostgeschützte Bodenverstecke auf. In diesen Verstecken wird die Zeit von Oktober/November bis in den April in einer Kältestarre verbracht. Im Frühjahr beginnt kurz nach Verlassen des Winter-Quartiers die Paarungszeit. Die Embryonalentwicklung verläuft vollständig im Mutterleib. Je nach Alter des Muttertieres kommen nach einer Tragezeit von etwa drei Monaten 5 - 12 (manchmal bis zu 26) Jungtiere noch in ihren dünnen Eihäuten zur Welt. Kurz nach der Geburt befreien sich die Jungtiere aus ihrer Eihülle und sind etwa acht Zentimeter groß und müssen ein selbstständiges Leben beginnen.  

Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrtum, dass Blindschleichen blind sind. Der deutsche Name führt auf das Althochdeutsche plintslîcho zurück, welcher so viel wie "blendender, blinkender Schleicher" bedeutet.  Blindschleichen können sehr alt werden, und in Gefangenschaft Jahrzehnte überleben. 

PAP/Ausgabe 15

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