Freddy on Tour: Sardinien!

Welcher Hund kennt das Problem nicht: Nach unzähligen Spaziergängen im eigenen Revier kommt der Moment, wo es nichts neues zu erschnuppern gibt. Wo jeder Stock und Stein markiert und jeder Hundenachbar beschnüffelt ist.

Auch ich habe dieses Problem, und wenn ich auch jeden Spaziergang mit meiner Freundin Luna und meinen zwei Menschen genieße, so ist doch alles schon bekannt.

 

Mitte September des letzten Jahres geschah jedoch etwas ganz tolles. Ich merkte es schon am Verhalten meiner Menschen, die etwas nervös rochen und ganz zappelig waren. Auch in meinem Auto war etwas anders. Unser geräumiger Hundekofferaum war verschwunden, aber dafür auf fast der ganzen Länge eine weiches großes „Hundebett“ aufgebaut. Da merkten Luna und ich schon: das wird ein ganz toller Spaziergang.

Wie ich erst später merken sollte, ging es nach Sardinien. Meine Menschen hatten vor mit einer größeren Gruppe von Freunden 4 Wochen Urlaub zu fahren. Natürlich durften wir Vierbeiner mit. Also fuhren wir zuerst einige Stunden Richtung Süden. Wir waren ganz brav im Auto, da wir schon erahnten, wie toll die Zeit werden würde.

 

Doch vor dem Genuss galt es Abenteuer zu bestehen, ist Sardinien doch eine Insel und kann nur mittels Fähre erreicht werden. Das war insofern ein Problem, da es nicht erlaubt war Hunde mit in die Kabine zu nehmen. Da ein Rudel zusammenhält haben wir also mittels Schlafsack und Decken im öffentlichen Bereich der Fähre geschlafen. Oder besser gesagt: versucht zu schlafen. Da Luna und ich doch manchmal kleine Wachhunde sind war das mitunter etwas stressig für alle Beteiligten.

Irgendwie schafften wir es die Nacht zu überstehen und waren nun also endlich angekommen. Die Menschen hatten den Urlaub spontan angelegt, das heißt wir hatten keine Unterkünfte gebucht. Wir wollten je nach Wetter entscheiden wohin wir fahren und wie wir übernachten, hatten wir doch alle Freiheiten mit unserem Camping-Caddy.

Unsere erste Station war Porto Pollo. Meine Menschen und ihre Freunde sind ja Kitesurfer, und so waren wir immer auf der Suche nach gutem Wind und schönem Wetter. In Porto Polle blieben wir eine knappe Woche. Wir genossen die Atmosphäre am Campingplatz. Für uns Hunde war es ganz toll, da wir immer von allen viel Aufmerksamkeit bekamen, was insbesondere im Zuge der Abendessenszubereitung sehr erfreuliche und leckere Nebeneffekte für uns hatte. Wenn es keinen Wind gab, lagen wir entspannt am Strand oder erkundeten die Gegend.

 

Nach rund einer Woche sind wir weitergefahren. Die Vorgabe war ja, möglichst viel von Sardinien zu erkunden, also ging es weiter nach Valledoria. Hier gab es eine tolle Lagune mit Flachwasser, was sowohl den Menschen zum Kiten, als auch uns Hunden zum Toben gefallen hat. Im offenen Meer waren dafür riesige Wellen, weshalb sich unsere Aktivitäten hauptsächlich auf die Lagune beschränkt haben. Sogar Wildpferde haben wir gesehen (allerdings nur aus weiter Ferne).

 

Da nach einigen Tagen der Wind komplett gedreht hat, wurde beschlossen, nach Süden zu fahren. Wir fuhren also die Westküste entlang ganz an das Südende der Insel, nach Chia. Leute ich sag‘s euch, da gibt es so wunderschöne Buchten mit tiefblauem Wasser. Wirklich ein Traum. Im Süden war es auch wieder sehr heiß, und so musste ich mir ständig schattige Plätze suchen. Wenn ich keinen finden konnte, habe ich mir als schlauer Hund selber geholfen und mich einfach in den Sand eingegraben. Das war dann angenehm kühl.

 

Wir bauten uns einen Stützpunkt auf einem netten Campingplatz in Chia, und fuhren je nach Wind und Wetter in die verschiedensten Buchten in der Nähe. Zum Beispiel auch bis nach Porto Botte. Da war ein ganz tolles Kiterevier.

Jetzt muss ich euch mal etwas genauer dieses Kiten erklären. Ich versteh die Menschen ja nicht. Normalerweise lassen sie ja Drachen steigen, und das ist ja dann ganz toll. Ich kenne das zum Beispiel so, dass die Menschen die Drachen knapp über den Boden von links nach rechts steuern und Luna und ich laufen dann wie verrückt hinterher und manchmal erwischen wir den Drachen sogar. Aber beim Kiten ist das anders. Ersten sind die Drachen riesig (vor so einem 13 Quadratmeter Ungetüm hab ich schon ein wenig Respekt, aber nicht zu viel) und zweites steuern die Menschen diese Drachen immer übers Wasser und lassen sich auf so einem Brett nachziehen. Vor allem das mit dem Wasser ist blöd, denn obwohl ich ein unfassbar gewiefter Hund bin habe ich es bis jetzt nicht geschafft, übers Wasser zu laufen. Also bleibt uns Hunden nur die Möglichkeit, den Menschen nachzuschwimmen. Ich hab das bald mal gelassen, weil mir das zu anstrengend und langweilig war. Ich bin dann lieber ins Gestrüpp und hab Eidechsen gejagt. Aber Luna liebt es, stundenlang den Kites am Himmel zuzusehen und nach Möglichkeit auch den Menschen im Meer nachzuschwimmen. Dementsprechend waren wir nach solchen Kitetagen immer sehr sehr müde. Luna vom Schwimmen und ich vom Eidechsenjagen.

 

Wie die Zeit so vergeht war es bald wieder an der Zeit, weiterzufahren. Der Osten der Insel war noch nicht bereist worden, also ging‘s wieder weiter, und zwar die Ostküste der Insel hinauf nach San Teodoro. Und bei dieser Fahrt hatten wir einen weiteren Passagier im Auto: eine kleine weiße Streunerkatze, die uns am Campingplatz in Chia zugelaufen war. Die Kleine hatte keine Eltern mehr und hat sich gleich bei unserem Rudel wohlgefühlt. Zuerst wussten wir nicht, was wir mit der Kleinen anfangen sollten. Bei der Autofahrt war sie ganz brav und unauffällig. Da wir zu Hause im Rudel auch ein paar Katzen haben konnte ich meine Fremdsprachenkenntnisse einsetzen und ihr erklären, dass sie unter Umständen auf dem Weg in ein besseres Leben ist, aber sie muss brav sein. Am Strand in San Teodoro hat sie sich einfach zu uns in eine Strandmuschel gelegt und den Tag schlafend verbracht. Wir mussten nicht einmal aufpassen, ob sie wieder ausbüxt. Ich glaube damit hat die kleine Katze offiziell um Asyl in Österreich angesucht …..(und sie hat‘s auch gewährt bekommen, wie ich aus sicherer Quelle in Erfahrung bringen konnte).

Generell gibt es auf Sardinien viele streunende Hunde und Katzen. Mit tun die armen Streuner immer so leid, denn sie wissen gar nicht wie toll es ist, ein richtiges Zuhause zu haben, geschützt vor Regen und Kälte und immer gut mit Essen versorgt. Meine Menschen sehen das genauso und versuchen immer nach Möglichkeit den Streunern zumindest ein wenig Zuneigung zu schenken. Auch teile ich immer gerne ein wenig von meinem Futter mit den oft ausgehungerten Einheimischen. Es ist manchmal auch schön zu beobachten, wie diese Vierbeiner, obwohl sie sicherlich viel Schlimmes erlebt haben, immer noch gutmütig sind und oft trotzdem Vertrauen zu Menschen haben. Und wenn es mal einen Ängstlicheren gibt, versuche ich zu vermitteln und oftmals spiele ich auch eine Runde mit ihnen. Aber noch mehr Spaß macht es, mit den Einheimischen zu streunen. Da ich ja selber ein ehemaliger Straßenhund bin, kann ich mich gut in sie hineinversetzen und mich auch noch gut erinnern, wie hart das Leben auf der Straße ist.

Mittlerweile waren gut 3 Wochen unseres Urlaubs verstrichen. Teile unserer Gruppe mussten bereits die Heimreise antreten, aber ein kleiner Rest blieb noch eine weitere Woche, die wir wieder in Valledoria verbrachten. Es zeigte sich, dass der Urlaub langsam dem Ende zugeht. Die mitgebrachten Futterdosen für uns Hunde waren beinahe aufgebraucht und es war mittlerweile auch schon Mitte Oktober und somit auch die Urlaubsnachsaison so gut wie zu Ende. Also packten wir gegen Ende der vierten Woche unsere Habseligkeiten zusammen und machten uns auf die Rückreise. Die Fahrt mit der Fähre war dieses Mal viel unkomplizierter. Zwar mussten wir wieder im öffentlichen Bereich schlafen, aber nach fast 4 Wochen quasi rund um die Uhr Programm waren wir Hunde selbst zum Wache halten zu müde. Und auch während der abschließenden Autofahrt zurück nach Tirol gaben wir keinen Mucks von uns.

Schließlich waren wir nach 4 Wochen wieder zurück im heimischen Revier, das natürlich auch wieder nach unserer Aufmerksamkeit verlangte. Jedoch erst nach einer weiteren ausgiebig durchschlafenen Nacht in den eigenen vier Wänden, mit der das gesamte Rudel (Menschen und Vierbeiner) den doch auch anstrengenden Urlaub ausklingen lies. 

 

Abschließend möchte ich festhalten, dass so ein Urlaub auch für uns Hunde etwas ganz tolles ist, weil unsere Menschen sich vorher über die wichtigen Grundbedingungen betreffend Hundemitnahme erkundigen. Auch ist es von Vorteil, in der Nachsaison zu reisen, da einfach vieles unkomplizierter wird. Im September und Oktober ist es nicht mehr so heiß, was für uns Hunde angenehmer ist und wir am Strand ausgiebig toben können. Was gibt es schöneres, als rund um die Uhr mit seinen Menschen zu verbringen. Auch kann ich als selbstbewusster Rüde stolz auf mein neues Revier sein. Da es uns ja gelungen ist, einmal die ganze Insel zu umrunden, kann ich auch belegen, dass ich eine perfekte Markierungslinie um ganz Sardinien gezogen habe. Vielleicht komme ich ja bald wieder auf die nun mir gehörende Insel…

 

Bis zum nächsten Mal,

euer Freddy ...

PAP 3/2013

Freddy on Tour: Trainingsalltag … oder doch nicht …

Hallo Leute,

 

jetzt hab ich länger nichts mehr von mir hören lassen. Das tut mir leid, aber ich war viel beschäftigt. Womit, das will ich euch gern erklären:

 

Mein Herrchen betreibt viel Ausdauersport, und auch mein Frauchen ist sehr aktiv. Das klingt jetzt blöd, weil das ja viel Zeit in Anspruch nimmt und vor allem mein Herrchen ständig am Trainieren ist. In Wahrheit ist das aber für einen sportlichen Hund wie mich ganz etwas Tolles, weil ich überall hin mitdarf. Jetzt will ich euch nachstehend mal ein bisschen erzählen, auf was für Sportarten ich mich dank meines Rudels bereits spezialisieren konnte:

 

Laufen:

Laufen ist wohl ein Paradebeispiel für kombinierten Hunde-Menschen-Sport. Gemütliches Gassi gehen ist für uns Hunde wichtig, denn es gibt viel zu Erschnuppern und zu Erkunden. Aber richtig ausgepowert werden wir dadurch nicht. Idealerweise kombiniert mein Herrchen beides miteinander. Am Anfang einer jeden Einheit darf ich überall schnuppern und alles Notwendige erledigen. Danach geben wir beim Joggen richtig Gas. Manchmal muss ich dabei an der Leine bleiben, aber oft laufen wir auch Strecken, wo ich frei laufen darf. Dabei habe ich auch gelernt, dass ich mein Herrchen immer im Auge behalten muss, damit ich es nicht verliere. Nach dem Lauf, während mein Herrchen noch ein paar Dehnübungen macht, darf ich nochmal ein wenig schnuppern und die Gegend erkunden.

 

Berggehen:

Beim Berggehen kommen wir an die entlegensten Orte und Berggipfel. So kann ich mit Stolz behaupten, schon in einigen Gipfelbüchern verewigt zu sein. Im Gegensatz zu den Laufeinheiten nimmt mein Herrchen auch immer eine Gipfeljause mit, und so können wir uns bei toller Aussicht stärken.

 

Berglaufen:

Hat mein Herrchen wenig Zeit und will trotzdem ein paar Höhenmeter machen, dann gehen wir oft Berglaufen. Das ist insofern ganz toll, da mein Herrchen da etwas langsamer als in der Ebene ist. Auch haben wir tolle Waldwege, wo ich frei laufen darf, und so kann ich ein wenig den Wald erkunden und die Natur genießen. Natürlich schaue ich auch dabei immer, wo mein Herrchen umgeht bzw. sause ich zu ihm, sobald er ruft. Eine bessere Kombination aus Gassirunde und Training gibt es wohl nicht …

Radfahren:

Da ich ein gelehriger Hund bin, habe ich schnell gelernt, was „links“ und „rechts“ bedeutet. Dadurch darf ich oft mit meinem Frauchen Radfahren gehen. Ich weiß genau, dass ich rechts bleiben muss, und renne flott neben dem Rad dahin. Am Fluss oder bei schönen Wiesen machen wir dann oft eine Pause und ich kann mich erfrischen oder ein wenig mit Hundefreunden spielen, ehe es wieder im gemütlichen Galopp zurück nach Hause geht.

 

Inlineskaten:

Beim Inlineskaten bekomme ich immer ein spezielles Geschirr angezogen. An dieses kommt immer eine Leine und daran halten sich meine Menschen fest. Ich hege die Vermutung, dass insbesondere mein anfänglicher Enthusiasmus massiv ausgenutzt wird, und die Menschen gar nichts zur gemeinsamen Fortbewegung beitragen. Aber nach einiger Zeit einigen wir uns auf ein gemütliches Galopp und wir drehen gemeinsam unsere Runde.

 

Rodeln:

Im Winter ist Rodeln eine meiner Lieblingstrainingseinheiten. Im Schnee kann ich mit meinen Hundefreunden toben. Die Menschen sind mit dem Ziehen ihrer Rodeln beschäftigt (ich bin ja nicht so blöd und lass mich einspannen, damit ich die Rodel ziehe. Wobei es soll ja auch Hunde geben, die das gern machen) und ich schnüffel eifrig durch die Gegend. Bei der Abfahrt ist das Rodeln ideal für Mensch und Hund, um Gas zu geben. Das Gefälle einer Rodelbahn ist meist auch für uns Hunde perfekt und ich liebe es, neben der Rodel meines Herrchens her zu rennen.

Genau genommen möchte ich jetzt noch festhalten, dass bei der Trainingseinheit „Rodeln“ eigentlich der Mensch nicht so viel leistet, da er ja nur bergauf trainiert …. so wie die Menschen immer Lachen und Juchzen beim hinab Rodeln, kann das nicht anstrengend sein ….

 

Schitouren:

Auch das Schitourengehen liebe ich. Es gibt nichts tolleres, als im Schnee zu toben. Auch hier hat mein Herrchen immer eine Gipfeljause mit. Die Minusgrade, die es oft hat, machen mir nichts aus. Wir gehen oft ganz früh am Morgen über eine Schipiste. Da sind dann keine anderen Schifahrer die uns stören. Auch muss ich mich nicht so durch den Tiefschnee quälen und kann mich ganz aufs Erforschen der Umgebung konzentrieren. Sollten wir doch mal im Tiefschnee touren, habe ich schnell gelernt, dass ich am besten in der Spur hinter meinem Herrchen gehe. Das ist am besten für meine Gelenke.

Bergab geht’s immer flott. Auch hier möchte ich festhalten, dass ich eigentlich viel mehr leiste, als mein schifahrender Zweibeiner.

 

Weitwandern bzw. Mehrtageswanderungen:

Eine weitere tolle Trainingsvariante, wo ich ganz viel Zeit mit meinem Herrchen verbringen kann. Doch dazu vielleicht ein anderes Mal mehr …

 

 

Saccowagenfahren:

Bei dieser Einheit haben die Menschen wohl etwas missverstanden. Genau genommen trainiere hier nämlich nur ich und die Menschen sitzen faul auf dem Wagen. Aber trotzdem macht auch diese Einheit Spaß. Vor allem da unsere Ausflüge immer an tolle Orte führen, wo wir dann schwimmen gehen oder gut essen.

Ihr seht also, mein Trainingsalltag ist sehr abwechslungsreich und ich bin für ganz viele verschiedene Sportarten geeignet. Meine Menschen haben mir gelernt, wie ich mich bei den unterschiedlichen Sportarten zu verhalten habe, und so sind wir ein tolles Team für das tägliche Training geworden.

Ich hoffe ihr hattet Spaß mit diesem kurzen Einblick in meinen Trainingsalltag!

 

Bis bald,

euer Freddy

 

PAP 1/2014

Freddy on Tour: Jakobsweg Tirol

In Memoriam Freddy (2010-2014)

 

Hallo Leute,
jetzt muss ich mir mal wieder die Zeit nehmen, und euch von meinem größten Abenteuer bisher erzählen.
Alles begann ganz harmlos, als mein Herrchen mir ein cooles neues Geschirr gekauft hat. Ich habe es auch gleich anprobiert und mich darin wohlgefühlt. Doch dann hat mein Herrchen so komische rote Taschen genommen und die an dem Geschirr festgemacht. Da war ich dann schon etwas verwirrt. Dann sind wir im Garten herumgegangen, und ich bin überall angestoßen. Hab mich dann aber recht schnell daran gewöhnt, dass ich jetzt etwas breiter bin, und als wir weiter trainiert haben hab ich ganz vergessen, dass ich so Taschen mit mir rumtrage. Ich bin dann sogar ganz stolz gewesen, weil ich so einen coolen Hunderucksack bekommen habe.

Dann sind wir eines Tages nach Lienz gefahren und haben dort zwei schöne Tage verbracht. Am Ostersonntag sind wir dann ganz früh aufgestanden, haben gut gefrühstückt und dann hat mir das Herrchen die Taschen aufgepackt, sich selber auch so einen Beutel über den Rücken geworfen und wir sind in aller Herrgottsfrüh von Daheim losmarschiert. Irgendetwas war anders. Das hab ich gemerkt, weil der Herr etwas nervös gewirkt hat. Aber wir sind dann über schöne Waldwege gelaufen und haben schließlich das nächste Dorf erreicht. Dort musste ich dann still sitzen und das Herrchen hat ein Foto gemacht, wie ich vor so einem komischen Schild sitze. Und da fiel es mir wie Schuppen aus dem Fell: Leute, ich bin auf dem Jakobsweg Tirol.

Ja mein Herrchen hat sich eine „Studienabschlussweltreise“ eingebildet, und die Wahl fiel auf den Jakobsweg von Lienz nach Innsbruck. Das sind knapp 235 km mit einigen tausend Höhenmetern in 7 Tagen. Da hab ich mich dann gefreut, dass ich da mitgehen durfte. Es war ein ganz tolles Erlebnis, so lange unterwegs zu sein.

Tag 1: von Lienz nach Strassen

Am ersten Tag sind wir zeitig losmarschiert, und waren auch rasch am Ziel. In knapp 6 Stunden haben wir die nicht ganz 30 Kilometer zurückgelegt. Natürlich haben wir vergessen, den Stempel für unseren Pilgerpass in der Jakobskirche abzuholen. Der zweite Aufstieg zur Wahlfahrtskirche ging dann doch ganz schön in die Pfoten …

 

Tag 2: von Strassen nach Niederdorf

Der zweite Tag soll ja immer der Schwerste sein …. So ging es auch uns. Wir kamen anfangs nur langsam voran, die Pfoten waren schwer, und die Minusgrade waren auch nicht gut für die Motivation. Am Speichersee Tassenbach belohnte uns die wunderschöne Landschaft samt zugefrorenem See für unsere Mühen. Richtung Brixen kam die erste mentale Belastungsprobe: 5 Kilometer schnurstracks gerade aus über asphaltierte Radwege. Nicht sehr abwechslungsreich. Aber als wir das geschafft hatten wussten wir, dass uns nichts mehr aufhalten kann.

 

Tag 3: von Niederdorf nach Bruneck

Am heutigen Tag belohnte uns die schöne Brunecker Altstadt für die Tagesmühen. Auch hatten wir heute ein wunderschönes Zimmer. Herrchen hatte ja immer im Voraus ein Zimmer in einer Pension oder einem Hotel reserviert, da er nach 30 Kilometern nicht auch noch nach hundefreundlichen Unterkünften suchen wollte. Das hat alles super geklappt und am Abend sind wir sogar noch kurz durch die Altstadt geschlendert.

 

Tag 4: von Bruneck nach Mühlbach

Der Pilgeralltag ist eingekehrt. Schon lustig, wenn man sich zwischendurch denkt: Es sind heute nur mehr 25 Kilometer. Wir kommen heute immer wieder an Stauseen vorbei. So kann ich mich regelmäßig erfrischen und es ist auch immer wieder ein wenig Freilauf für mich drin.

 

Tag 5: von Mühlbach nach Sterzing

Vorbei an der berühmten Franzensfeste und unter der Autobahn hindurch geht’s Richtung Sterzing. Um dem Autobahnlärm zu entkommen wandern wir über aufgelassen Militärstraßen durch die Wälder, und wir sind immer wieder begeistert, wie schön der Weg durch diese doch so stark erschlossenen Täler angelegt ist.

 

Tag 6: von Sterzing nach Steinach

Die Königsetappe unserer Reise. Da mein Herrchen unser Quartier ca. 3 km außerhalb von Sterzing gewählt hat und unser Ziel auch noch knapp 1 km nach Steinach gelegen ist, umfasste diese Etappe fast 40 km und über 1000 Höhenmeter.

Es begann ganz harmlos, und der Weg bis Gossensaß war wunderschön. Danach der mentale Kraftakt über 5 Kilometer Radweg direkt neben der Autobahn, immer am Asphalt und immer bergauf. Am Brenner dann die nächsten Warnzeichen: Der Weg war gesperrt. Da wir uns nicht  verlaufen wollten, sind wir trotzdem den Jakobswegschildern gefolgt, was damit endete, dass wir in ca. 20 cm tiefem Schnee dahingewatet sind. Das war trotz Minusgraden äußerst schweißtreibend. Da ich ja meine Vorräte schon zum Großteil verputzt hatte, kam ich leicht voran. Mein Rucksack war ja schon fast leer. Aber mein Herrchen hat geschwächelt. Nach über 10 Stunden erreichten wir schließlich unser Ziel in Mauern bei Steinach. Es hätte nicht viel weiter gehen dürfen. Obwohl man nach 6 Tagen schon „eingelaufen“ ist, und das ständige Marschieren leicht von der Hand geht, sind 40 km genug. Wir waren froh, dass auch die längste Etappe geschafft war, und vielen totmüde ins Bett.

 

Tag 7: von Steinach nach Innsbruck

Der letzte Tag unserer Pilgerreise. Irgendwie bereitet sich ein komischen Gefühl aus. Zum einen freut man sich, dass man es bald geschafft hat. Zum anderen kommt Wehmut auf, da die Reise dem Ende zugeht. Passend dazu war auch die Stimmung eine komische: Nebel. Die Sichtweite betrug Großteils unter 10 Metern, und so war es mehr ein Blindflug, der uns Richtung Innsbruck brachte. Als wir die Dörfer über Innsbruck erreichten, wussten wir, dass das Ziel Nahe ist. Der Weg durch die Großstadt war dann ein Spießrutenlauf. Hatten wir auf den vorherigen 234 Kilometern gezählte 6 Wanderer getroffen, traf uns der Wirbel in der Flaniermeile von Innsbruck wie ein Paukenschlag. Da hubt ein Auto, da will jemand ein Foto von mir machen, und schließlich überall Gedränge und Wirbel. Der Alltag hat uns wieder, und mit Wehmut denken wir an die letzten Tage zurück, die geprägt waren von Zweisamkeit und Abenteuer.

 

Als wäre es ein Zeichen gibt es kein Foto von mir am Ziel der Reise. Ich interpretiere das jetzt mal so, dass mein Herrchen denkt, dass wir noch nicht angekommen sind, und dass wir unsere Reise bald weiter fortsetzen. Aber das passt schon. Pack mir meinen Rucksack Herrchen, ich begleite dich auf jede Reise.

Und wenn es wieder ein Abenteuer wird, dann werde ich euch sicher davon erzählen …

 

Also bis zum nächsten Mal,

 

Euer Freddy

PAP 2/2014

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