Orientierungsreiten

Was ist das? Das habe ich mich vor 3 Jahren auch gefragt. Ich suchte damals eine passende Sportart für mich und durch Zufall stolperte ich über die Homepage www.orientierungsreiten.com. Da ich mir das Ganze nicht wirklich vorstellen konnte, fuhr ich auf einen Bewerb in Gföhl (NÖ). Ich weiß nicht ob es die freundliche Atmosphäre war oder das was ich dort sah, aber ich wusste gleich - da will ich auch mitreiten.

 

Das Orientierungsreiten – auch TREC (Techniques de Randonnée Equestre de Compétition) genannt – ist vor gut 30 Jahren in Frankreich entstanden. Das Ziel war Wanderreitführer professionell auszubilden und zu qualifizieren. Der Bewerb besteht aus 2 bis 3 Teilen – der POR (Orientierungsritt), PTV ( Hindernisparcours)  und manchmal noch aus der MA

(Gangprüfung). Die Teilnehmer müssen sich zuerst mit Karte und Kompass im Gelände orientieren. Die Strecke wird vom Veranstalter ausgesucht und 20 min. vor dem Start müssen die Teilnehmer die Strecke auf ihre Karte übertragen. Je nach Kategorie ist die Strecke unterschiedlich schwer und lang (20 – 45 km). Immer mit von der Partie ist der Kompass und eine Stoppuhr – denn entlag der Strecke befinden sich Kontrollpunkte, deren Positionen  keinem Reiter bekannt sind. Bei diesen Kontrollpunkten erfährt man die neue Durchschnittsgeschwindigkeit und die bereits vorhandene  Zeit  wird von einem Punkt zum anderen überprüft. Die gesundheitliche Verfassung der Pferde kann bei einem Kontrollpunkt ebenfalls überprüft werden. Man muss also nicht nur gut Karten lesen können, sondern auch noch genau in der Zeit liegen. Reitet man zu schnell oder zu langsam bekommt man Punkteabzüge ... und auf das Pferd sollte man sich auch noch konzentrieren …. aber das Ganze  macht extrem viel Spaß. Man kann die POR alleine oder in der Gruppe reiten.

 

Nachdem ich einen Kurs gemacht hatte, wollte ich bei solch einem Bewerb mitreiten – also startete ich mit unserer Benita bei den Fortgeschrittenen. Die Strecke war der Wahnsinn – überall Wald und Bäche! So schön die Wege auch waren, ohne meine Teamkameraden wäre ich wahrscheinlich nicht ins Ziel gekommen, aber mit vereinten Kräften schafften wir es doch noch.

Dieser Tag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, denn da wurde unsere Benita zu ,,meinem Fels in der Brandung“. Es war der erste Abschnitt der Strecke – so eine Art steiler Hang mitten im Wald, welcher sehr matschig war, da es die Tage zuvor regnete. Dort mussten wir bergab reiten. Das Ganze wurde noch durch gefällte Baumstämme, welche überall quer lagen, erschwert. Wir standen also dort oben und ich schüttelte die ganze Zeit nur den Kopf...zu matschig...zu steil... und noch mit einem Pferd, dass ich erst zugeritten hatte. Ich war gerade am Überlegen, ob ich umdrehen sollte, als auf einmal eine Frau mit einem Araber bei uns vorbeiritt – die beiden hoppelten mal eben gemütlich über die Baumstämme und waren schon unten. Zugegeben ich staunte nicht schlecht und dachte mir noch ...,,Was hab ich eigentlich all die Jahre im Gelände gemacht?“ und bevor ich mich versah, ging Benita einfach  los. Ich weiß nicht was sie sich dabei dachte, aber wahrscheinlich so auf die Art ,,Hey, du da oben, halt dich gut fest – ich mach das schon!“ Wir stiegen sicherheitshalber dann doch ab und marschierten hinter unseren Pferden her. An diesem Tag lehrte mich Benita, dass es völlig egal ist, wie steil etwas aussieht – denn mit kleinen Schritten kann man alles schaffen.

 

Nach der POR hatten die Pferde ihre wohlverdiente Pause und am Nachmittag startete die PTV – hier wird das Paar Pferd/ Reiter geprüft. Der Parcours enthält verschiedene natürliche oder nachgebaute Hindernisse wie zum Beispiel: über den Baumstamm/ Hecke springen, Wasserüberquerung, Tor öffnen, Unbeweglichkeit, unter hängenden Ästen reiten usw. Diese Hindernisse muss man in einer bestimmten Zeit bewältigen – die Gangart ist beliebig. Die Richter achten mehr auf die Erfüllung der Aufgabe, die Vorwärtsbewegung und den Stil des Paares, als auf die Vorstellung des Pferdes.

Es wissen eigentlich nur ganz wenige Leute, dass ich damals die PTV nicht mehr reiten wollte, weil ich, zugegeben, völlig erledigt war. Doch Benita erging es nicht so. Also starteten wir und dabei zeigte sich das Pferd, das früher niemand reiten wollte, als absolutes Verlasspferd. Sie versuchte jede einzelne Aufgabe zu meistern und hatte eine richtige Freude daran. Wir belegten damals in unserer Kategorie den 11.Platz, aber um eine Platzierung ging es mir auch nicht. Wir waren sehr stolz auf unsere kleine Maus. An diesem Tag wuchsen Benita und ich über uns hinaus und das Band des Vertrauens wurde gestärkt. Mittlerweile lieben wir es steile Hänge rauf und runter zu reiten – am liebsten würde Benita dabei traben und wenn sie einen Parcours sieht, schlägt ihr Pferdeherz höher.

Ich finde das Orientierungsreiten ist eine gute Kombination von Wanderreiten, Springreiten und Dressurreiten. Dieser Bewerb zeigt das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter und ich meine, was gibt es Schöneres als, umgeben von Mutter Natur, ins Ziel zu reiten?

Benita und ich starten seitdem jedes Jahr und sind nach wie vor begeistert. Mittlerweile haben wir sogar schon mal den 1. Platz bei den ,, Einsteigern“ gemacht. Mir gefällt außerdem die Freundlichkeit und den Respekt den alle mitbringen – es ist eher ein Miteinander als ein Gegeneinander. Aber macht euch doch selbst ein Bild und reitet mit oder schaut einfach mal bei einem Bewerb zu!

 

Autor: Nicole Keusch

PAP 1/2014

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