Traumberuf Tierpfleger

Viele Jugendliche träumen von einer Ausbildung zum Tierpfleger. Den ganzen Tag mit süßen Tieren arbeiten, Füttern und Streicheln – das klingt doch wirklich fein. Natürlich ist dieser Beruf für Tierliebhaber ein Traumjob, doch ganz so einfach und problemlos läuft es in der Realität nicht ab. Aus diesem Grund möchte der Linzer Zoo gerne einen Überblick über die Ausbildung und den Alltag eines Tierpflegers geben.

 

Wenn man sich dazu entschlossen hat, Tierpfleger zu werden, gibt es drei Möglichkeiten, diesen Beruf zu erlernen:

 

Hat man das neunte Schuljahr abgeschlossen und ein Alter von mindestens 15 Jahren erreicht, kann man eine Tierpflegerlehre beginnen. Dazu braucht man allerdings eine Lehrstelle in einem Betrieb. Das kann ein Zoo oder Tiergarten sein, eine Tierhandlung, ein Tierheim, ein Labor oder ein Tierarzt. Die praktische Tätigkeit im Betrieb wechselt sich in den nächsten drei Jahren mit theoretischem Unterricht an der Wiener Berufsschule ab. Der Lehrling durchläuft dabei verschiedene Stationen und lernt das gesamte Spektrum des Berufes kennen. Während der Ausbildung bekommt man eine Lehrlingsentschädigung, die je nach Betrieb und Lehrjahr unterschiedlich hoch ausfällt.

 

Findet man keinen Lehrbetrieb und ist zwischen 15 und 20 Jahre alt, hat man die Möglichkeit zum Besuch der privaten Tierpflegerschule an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Auch dort dauert die Ausbildung drei Jahre und beginnt mit einer Aufnahmeprüfung. Für diesen Ausbildungsweg bezahlt man ein monatliches Schulgeld.

 

Für alle Tierpfleger-Interessierten über 18 Jahren gibt es eine Ausbildung am zweiten Bildungsweg. Dafür muss man mindestens 1,5 Jahre praktische Tierpflegertätigkeit nachweisen. Ob man das in einem Zoo, Tiergarten, einer Tierhandlung, einem Labor oder bei einem Tierarzt absolviert, oder ob man die Arbeit freiwillig und unbezahlt oder gegen Bezahlung gemacht hat, ist in diesem Fall nicht so wichtig. Zusätzlich wird der Besuch eines Theoriekurses (z.B. WIFI oder BFI) empfohlen.

Alle drei Wege enden gleich, nämlich mit derselben Lehrabschlussprüfung an der Wirtschaftskammer Wien.

 

Nach bestandener Prüfung ist es dann soweit: Man ist von Beruf Tierpfleger! Jetzt geht es darum, einen Job zu finden. Leider ist es in Österreich nicht einfach, einen Job als Tierpfleger zu bekommen. Üblicherweise bewirbt man sich – wie auch bei der Lehrstellensuche – bei Zoos und Tiergärten, Tierhandlungen, Tierheimen, in Tierlaboren, im Tierheim oder bei Tierärzten.

Als Tierpfleger steht man „seinen“ Tieren selbstverständlich am Nächsten. Dabei darf man aber nicht vergessen, daß die Aufgaben eines Tierpflegers nicht aus Streicheln und Füttern bestehen. Unter anderem ist man für eine genaue Kontrolle der Tiere zuständig. Jede Auffälligkeit in der Körperhaltung, eine Änderung des Verhaltens oder Anzeichen einer Verletzung müssen sofort erkannt werden. Auch die Form und Konsistenz des Kotes kann für die Gesundheit eines Tieres ausschlaggebend sein. Neben der Kontrolle der Tiere, müssen auch die Gebäude, Stallungen, Gehege, und dazugehörige technische Anlagen auf Beschädigungen überprüft werden. Das Umsetzen von Futterplänen, Zubereiten von Futter so wie Fütterungen und Tränken sollte ebenso selbstverständlich von der Hand gehen wie diverse Reinigungsmaßnahmen, kleine Reparaturen und Unterweisungen von Lehrlingen und Praktikanten. Mithilfe bei der Durchführung von Tiertransporten oder Hilfestellungen bei tierärztlichen Eingriffen sind ebenfalls Teil des Berufsbildes. Dies ist allerdings nur eine unvollständige Aufzählung der Aufgaben eines Tierpflegers!

 

Neben einer guten körperlichen Fitness und richtig verstandener Tierliebe gehört auch ein großes Verantwortungsbewusstsein und umfangreiches Wissen über Tiere zum „Traumberuf Tierpfleger“.

Weil Tiere nicht nur montags bis freitags eine Betreuung brauchen, sondern täglich gepflegt werden müssen, stehen bei Tierpflegern Wochenend- und Feiertagsdienste auf der Tagesordnung. Selbstverständlich gibt es einen festgelegten „Schichtdienst“ aber bei Bedarf (z.B. bei Krankheiten, Trächtigkeiten oder Geburten) kann auch kurzfristig ein nicht geplanter Nachtdienst  oder Überstunden dazu kommen. Aber das macht man für „seine“ Tiere natürlich gerne! Bei einer Arbeit im Freien kommt außerdem dazu, daß man täglich Höchstleistungen bringen muss – egal ob im Sommer bei über 36°C, im Winter bei -15°C bei Regen, Wind oder Schnee.

Hin und wieder kommt es auch vor, daß sich eine Tiermutter nicht um ihr Junges kümmern kann, dann wird der Tierpfleger zum Mutter Ersatz. Oft bedeutet dies, daß man wochenlang ein junges Tier zu betreuen hat. Auch nachts, denn ganz junge Tiere brauchen 24h/Tag alle 2-3 Stunden das passende Futter. Dunkle Augenringe sind dann vorprogrammiert! Hat man das Jungtier aber schließlich erfolgreich großgezogen, kann man es stolz und mit einem wirklich guten Gefühl wieder in seine Gruppe integrieren.

 

Alles in allem ist der Beruf des Tierpflegers zwar mit vielen Hürden, Mühen und vor allem Arbeit verbunden, trotzdem ist dieser Job faszinierend, vielseitig und wird nie langweilig. Alle Jugendlichen von 15-20 Jahren, die in diesen Beruf hinein schnuppern möchten, können sich beim Linzer Zoo gerne für den Schnuppertag „Für einen Tag Tierpfleger“ anmelden (Termine und Kosten unter www.zoo-linz.at oder unter 0732/737180).

 

 

Autor: Mag. Sabina Hildebrand - www.zoo-linz.at

 

PAP: Ausgabe 15

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