Hasen & Kaninchen – Zwei Fellnasen zum Verwechseln ähnlich!

Der Feldhase ist das „Tier des Jahres 2015“. Doch wer hoppelt da in vielen Wohnzimmern durch die Gegend? Ein Zwergkaninchen, ein Hase oder doch Meister Lampe?

Der Hase hoppelt in unseren Breiten meist als „Feldhase“ über Wald und Wiese. Die braunen Tiere mit den großen Augen und den langen Ohren – genannt „Löffel“ – wohnen in kleinen Mulden. Die Mulden, die man an Feldern oder im Wald findet, werden „Sassen“ genannt.

 

Ganz anders geht es da bei den Kaninchen zu. Sie bauen oft weitläufige Höhlensysteme mit verschiedenen Kammern und verbringen die meiste Zeit des Tages in der Gruppe. Der Hase ist, im Gegensatz dazu, ein Einzelgänger. Aus diesem Grund müssen Kaninchen immer als Gruppe, oder zumindest als Paar gehalten werden. Meerschweinchen sind als Partner unpassend, denn sie kommunizieren völlig anders als Kaninchen. Kaninchen und Meerschweinchen haben also grundsätzliche Verständigungsprobleme.

 

Nicht nur im Zusammenleben, auch im Körperbau unterschieden sich Hasen und Kaninchen grundlegend: Hasen sind meist weit schwerer als Kaninchen, haben größere Augen, größere Ohren und sind im Allgemeinen viel vorsichtiger als das Kaninchen, das als „Haustier“ gezüchtet wird und kaum Feinde zu fürchten hat. Anders als den Hasen, findet man das Kaninchen in vielen unterschiedlichen Färbungen und Felltypen, von schwarz über weiß bis hin zu braun, gescheckt, gepunktet, grau, mit langen Haaren, mit kurzen Haaren, als „Löwenkopfkaninchen“ oder „Satinkaninchen“.

Nach einer Tragzeit von 42 Tagen bringt das Hasen-Weibchen 1 bis 5 Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs wird mit offenen Augen und Ohren geboren und ist somit schon bald in der näheren Umgebung unterwegs. Das nennt man „Nestflüchter“. Kaninchen bringen nach ca. 30 Tagen meist 4 bis 8 sehr unbeholfene Jungtiere zur Welt. In den ersten Tagen sind Augen und Ohren geschlossen, es ist kaum Fell vorhanden und die Kleinen brauchen viel Aufmerksamkeit von der Mutter. Diese „Nesthocker“ sind erst mit 30 Tagen für die ersten Ausflüge bereit.

 

Im Linzer Zoo werden nur Kaninchen gepflegt. Hier findet sich sogar eine besonders große Kaninchenrasse, der „Deutsche Riesenschecke“. Mit einem Gewicht von bis zu 10 kg stellt man einen gewaltigen Unterschied zu den gewohnten Zwergkaninchen fest. Die kleinere Verwandtschaft bringt es schließlich auch nur auf bis zu 2 kg. Die Zoo-Kaninchen verbringen das ganze Jahr in einem sehr gut isolierten Stall samt „Garten“. Tagsüber können Sie auch in der großen Außenanlage herumhoppeln, nachts werden sie im Stall untergebracht, denn auch in Stadtnähe lauern Fuchs und Marder auf eine leckere Mahlzeit.

 

Besondern Kinder haben viel Freude an den Fellnasen. Bevor man allerdings die übereilte Entscheidung trifft, sich die kuscheligen Kaninchen auch Zuhause ins Wohnzimmer zu stellen, muss man daran denken, daß die Tiere viel Platz brauchen. Laut österreichischem Tierschutzgesetz muss ein Käfig eine Mindestbodenfläche von 6.000 cm² aufweisen (z.B.  120 cm x 50 cm, Höhe mind. 60 cm.) + eine Nestkammer mit mind. 1.000cm² – pro Tier wohlgemerkt! Eine Einzelhaltung ist nicht erlaubt. Also: Je größer, desto besser. Täglicher Freigang bzw. Tageslicht muss gewährleistet sein, auch frisches Wasser und genug Heu müssen zur Verfügung stehen. Frisches Obst und Gemüse werden ebenfalls täglich angeboten. Bitte stellen Sie den Käfig aus Platzmangel und wegen dem Geruch nicht dauerhaft auf den Balkon: Im Sommer brennt die Sonne unbarmherzig auf die empfindlichen Tiere und im Winter lauert in den nicht gut isolierten Häuschen die Gefahr einer Lungenentzündung!

 

Leider sind die Zahlen der Feldhasen in Österreich seit Jahren rückläufig. Dies liegt vermutlich vor allem an der der Zerstörung des natürlichen Lebensraumes: Büsche und Hecken an Feldern werden immer weniger, landwirtschaftliche Betriebe arbeiten fast ausschließlich mit schweren Maschinen, es wird häufiger mit Herbiziden hantiert und es gibt vermehrten Straßen- und Häuserbau. In der Umgebung von Siedlungen sind auch wildernde Katzen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für neugeborene Feldhasen!

 

Um dem Feldhasen zu helfen, sind große gegliederte Grünflächen nötig: Böschungen und Hecken geben dabei den nötigen Schutz zum Unterschlüpfen. So kann sich der Feldhase aus dem oft gewählten und gefährlichen Straßengraben in seine angestammte Umgebung zurückziehen. Auch Wildäcker, Wildwiesen und Brachflächen werden gerne vom Feldhasen angenommen. Feldhasen in menschlicher Obhut nachzuzüchten und dann auszuwildern hat sich leider als nicht sehr erfolgreich erwiesen.

Doch woher kommt nun der Begriff „Meister Lampe“ für den Hasen? Da gibt es verschiedene Erklärungen: Viele Tiere tauche immer wieder in Märchen und Fabeln auf und haben daher schon typische Namen und Eigenschaften. Der „Reineke“ (=Reinhard) Fuchs gilt als schlau und listenreich, der Wolf „Isegrimm“ als böse und gierig, „Adebar“ der Storch als stolz und der Hase „Meister Lampe“ (= Lamprecht) als ängstlich. Das Kaninchen – „Äugler“ genannt – gilt übrigens als frech!

 

Vielleicht kommt „Meister Lampe“ aber auch aus der Jägersprache: Die „Blume“, also das Stummel-Schwänzchen vom Hasen, ist oben fast schwarz und unten weiß. Aufgestellt leuchtet das weiße Fell ähnlich wie eine Lampe als Signal für die Artgenossen.

 

Mag. Sabina Hildebrand, Zoo Linz

 

PAP Ausgabe 16

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