Krankheiten bei Meerschweinchen (Cavia aperea)

Viele Krankheiten bei Meerschweinchen entstehen durch falsche Ernährung und falsche Haltungsbedingungen (zu kleines Gehege, falscher Standort, falsche Ausstattung), fehlende Hygiene und Pflege der Tiere. Durch diese Ursachen kommt es schnell zu einem schlechteren Allgemeinzustand der Tiere und bietet dies Angriffsmöglichkeiten für Infektionen. 

Ein krankes Meerschweinchen versucht seine Krankheit möglichst lange zu verbergen. Dieses Verhalten ist angeboren, da wildlebende Meerschweinchen ein krankes Tier aus der Gemeinschaft ausstoßen.

 

Erkrankungen des Verdauungstraktes:

Anzeichen für ein Verdauungsproblem sind reduzierte oder fehlende Nahrungsaufnahme (Anorexie), Durchfall und Blähungen. Durchfall ist fast immer auf Störungen der Darmflora infolge von Fütterungsfehlern zurückzuführen. Bei Durchfall sollte für einige Tage nur Heu und Trockenfutter gefüttert werden, bis der Kot wieder fest ist. Kamillentee beruhigt Magen und Darm. Achtung: Bei aufgeblähtem Bauch sollte immer auch an die Möglichkeit einer Kolik (Behandlung durch Tierarzt erforderlich!) gedacht werden.

 

Kokzidiose:

Dies ist eine Erkrankung des Grimmdarmes durch tierische Einzeller (=Protozoeninfektion), den sogenannten Kokziden. Begünstigt wird diese Erkrankung durch mangelnde Haltungshygiene und Vitamin-C-Mangel. Anzeichen für diese Erkrankung sind Durchfall, Ausscheidung von Blut und Schleim, auch Apathie und Appetitlosigkeit ist möglich. Neben der Behandlung durch den Tierarzt ist eine tägliche Reinigung wichtig und sind Hygienemaßnahmen, um eine Selbstinfektion zu verhindern, notwendig.

 

Erkältung:

Schnupfen und häufiges Niesen deuten auf eine Erkältung hin. Vorbeugend sollte daher immer geachtet werden, dass die Tiere keinem Zug ausgesetzt sind. Bei Meerschweinchen wird aus einem einfachen Schnupfen (Rhinitis) sehr schnell eine Lungenentzündung (Pneumonie).

 

Augenentzündungen:

Am häufigsten ist die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit Rötung der Bindehaut und Augenfluss. Ausgelöst wird diese Erkrankung meist durch Fremdkörper wie Heustaub oder Zugluft.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bakterielle Infektionen werden zumeist mit Antibiotika behandelt.

 

Parasiten:

Parasiten siedeln sich sehr gerne auf dem Fell oder der Haut des Meerschweinchens an. Alte, schwache und kranke Meerschweinchen sind besonders anfällig für Parasiten. Für die Behandlung der verschiedene Parasitenarten (z.B. Milben, Haarlinge, Flöhe, Zecken, Wurmerkrankungen) ist eine frühzeitige Erkennung und Zuordnung der Symptome äußerst wichtig. Eine prophylaktische (vorbeugende) Behandlung ist nicht möglich.

 

Hitzeschlag:

Da Meerschweinchen nicht schwitzen können überhitzen sie sehr schnell. Anzeichen dafür sind Apathie und starkes Zittern am ganzen Körper. Die Tiere müssen sofort in den Schatten gebracht werden und z.B.  mit nassen Tüchern abgekühlt werden. Ein unbehandelter Hitzschlag kann innerhalb von Stunden zum Tod des Meerschweinchens führen.

 

 

Zahnerkrankungen:

Alle 20 Zähne des Meerschweinchens wachsen ständig und lebenslang. Das Zahnwachstum wird durch die Kautätigkeit reguliert. Bei der Ernährung sollte auf die Zugabe von raufaserhaltigem Futter geachtet werden. Dadurch wird der erforderliche Zahnabrieb gefördert. Trotz einer verstärkten Zufütterung von Heu ist es bei Meerschweinchen mit Zahnproblemen oft lebenslang erforderlich die Zähne alle 1 - 4 Monate auf Normalniveau zu trimmen.

 

Meerschweinchenlähme

Als Erreger werden Viren vermutet. Die Erkrankung beginnt mit Appetitlosigkeit, Atembeschwerden, Verschlechterung des Allgemeinzustandes und Zuckungen der Hals-, Rücken- und Schultermuskulatur. Im weiteren Verlauf kann es zu Lähmungen, insbesondere der hinteren Gliedmaßen kommen. Der Tod tritt meist innerhalb weniger Tage ein. Eine spezifische Therapie ist nicht möglich, die Prognose sehr schlecht.  

 

Meerschweinchenseuche

Diese Erkrankung wird auch Meerschweinchenpest genannt und wird durch einen Virus hervorgerufen. Symptome einer Erkrankung können Abmagerung, starkes Zittern, Fressunlust, Atemnot, gesträubtes Fell, Krämpfe sein. Die Inkubationszeit beträgt etwa2 bis 17 Tage. Eine Heilung der Krankheit ist nicht möglich. 

 

Schiefhals (Torticollis)

Torticollis kann als Folge einer mittleren und- oder inneren Ohrentzündung, oder als Folge eines "Geburtsfehlers" entstehen. In den meisten Fällen bildet sich diese Muskelüberdehnung zurück. Physiotherapeutische Maßnahmen zeigen meist Wirkung. Ist die Ursache Infektionsbedingt kann diese mit Antibiotika behandelt werden.

 

Skeletterkrankungen

Die Osteodystrophie ist eine vererbbare Knochenerkrankung die bei Satinmeerschweinchen auftritt. Die Beinknochen der Tiere sind weniger belastbar und werden brüchig. Diese Erbkrankheit ist nicht behandelbar.

 

Auch Gelenkerkrankungen kommen bei Meerschweinchen ebenfalls vor. Akute Entzündungen (Arthritis) entstehen zumeist nach Verletzungen oder Sohlengeschwür und müssen antibiotisch versorgt werden. Chronische Gelenkveränderungen (Arthrosen) können bei älteren Tieren als Abnutzungserscheinung auftreten. Die Behandlung beschränkt sich meist auf die Gabe von schmerzstillenden Medikamenten.

 

Zoonosen:

Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Eine Menschen Erkältung ist für das Meerschweinchen ansteckend. Die Zoonose mit der größten Bedeutung ist die Pilzinfektion. Im Umgang mit Tieren mit einer Pilzinfektion sind daher besonders genaue Hygienemaßnahmen erforderlich. Besonders gilt dies für Kinder, die gerne mit Meerschweinchen "kuscheln" und sich dadurch leicht anstecken können. Gleiches gilt für Menschen, mit einem geschwächten Immunsystem. Pilzerkrankungen treten oft bei Stresssituationen auf.


Beim Auftreten von Hautausschlägen oder starkem Juckreiz kontaktieren Sie am besten Ihren Hausarzt (Hautarzt) und machen ihn auf das mögliche Ansteckungsrisiko durch erkrankte Meerschweinchen aufmerksam.

 

PAP 1/2012

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