Kolik beim Pferd

Das Wort Kolik leitet sich aus dem Griechischen ab: Der Colon ascendens (großer Grimdarm) hat eine Länge von etwa 3 - 4 Meter und etwa 100 Liter Fassungsvermögen. Kolik steht für alle Arten von Schmerzen im Bauchraum und ist keine Diagnose im eigentlichen Sinn, sondern beschreibt es das "Symptom" Bauchschmerz.

Das Pferd als Pflanzenfresser muss den hohen Bestandteil an Zellulose in den Pflanzen verdauen. Dieser "Zellulose-verdauungsprozess" ist besonders störanfällig.

Pferde sind Fluchttiere! Der Körperbau der Tiere, die Organe und die Biomechanik ist darauf ausgelegt, bei unsicheren Situationen oder bei Angriff sofort und ohne darüber nachzudenken zu flüchten. In freier Wildbahn verbringen freilebende Pferde die meiste Zeit des Tages mit der Nahrungssuche fressen über den gesamten Tag verteilt bis zu 16 Stunden kleine Portionen und legt dabei eine Strecke von über 10 Kilometer zurück. Einem domestizierten Pferd kann eine derart optimale Fütterung kaum geboten werden. Viele gesundheitliche Probleme entstehen durch eine ungeeignete Boxenhaltung und pelletiertes "Fastfood"-Futter aus in Brusthöhe angebrachten Futtertrögen. Das Fressen aus Brusthöhe führt oft zu einer fehlerhaften Abnützung des Pferdegebissen und zu Verspannungen im Genick. Es liegt in der Verantwortung des Pferdebesitzer dem Pferd die best-mögliche Haltung und ein angemessene und bedürfnis-orientierte Bewegung zu ermöglichen.

Ursachen einer Kolik

Zahlreiche Auslöser können zu einer Kolik führen. Oft reagieren Pferde viel feinfühliger auf äußere Einflüsse, als es viele Pferdebesitzer wahrnehmen. Zahlreiche Stressauslöser wie z.B. Stall- oder Weidewechsel, Rangkämpfe in der Herde, Besitzerwechsel, Leistungsdruck, Lärm, etc. können eine Rolle spielen.

Eine sehr häufige Ursache für Koliken ist Bewegungsmangel! Je nach Rasse und Alter haben Pferde einen unterschiedlichen Bewegungsbedarf, der insbesondere die Verdauung beeinflusst. Und Bewegungsbedarf bedeutet täglich! Reitern und Pferdebesitzer, denen das Training mit dem Pferd nur ein Mal in der Woche in den Terminkalender passt, sollten also darüber nachdenken, ob sie sich nicht ein anderes Hobby zulegen, wenn sie nicht für ausreichende Bewegung sorgen können.

Endoparasiten (wie z.B. Band- und Rundwürmer) sind "Nahrungskonkurenten" für das Pferd.  Oft magern davon betroffene Pferde trotz ausreichender Futteraufnahme bei gleichzeitigem relativ großem Bauchumfang ab.

Auch eine vermehrte Sandaufnahme kann Ursache für eine Kolik sein. Ebenso gammeliges Rauhfutter und verdrecktes Trinkwasser. Infekte können Koliken auslösen, wenn sie direkt im Magen-Darm-Trakt (z.B. Salmomellen) entstehen. Auch Atemwegsinfekte, oder fiebrige Infekte können Kolikauslöser sein. Ebenfalls gefährdet sind trächtige Stuten.

Weitere Auslöser können hormonelle Schwankungen, Abszesse, Tumore, im Bauchraum, Verwachsungen, Brüche (Nabel- und Leistenbruch), chronische Darmentzündungen, Verlegung durch Fremdkörper, giftige Pflanzen (Akazie, Jakobskraut, Buchsbaum, Goldregen ...) etc.

Symptome einer Kolik

Das Pferd ist unruhig , scharrt, flehmt (Hochziehen der Oberlippe) und wendet den Kopf nach hinten und schlägt sich unter den Bauch. Es legt sich immer wieder hin, versucht manchmal sich zu wälzen. Das Pferd zeigt ein "Schmerzgesicht" mit aufgerissenen Augen und stoßweißem Atem. Möglich sind Schweißausbrüche, trockene Mundschleimhaut, kalter Schweiß, Verkrampfungen bis hin zum Kreislaufversagen.  Die Aufnahme von Futter und Wasser wird meist verweigert. Eine nicht behandelte Kolik kann innerhalb kürzester Zeit zum Tod führen.

Behandlung einer Kolik

Jeder Verdacht einer Kolik bedeutet einen absoluten Notfall und die Notwendigkeit der Beiziehung eines Tierarztes! Bei allen Kolikarten ist als Erste Hilfe Maßnahme ein sofortiger Futterentzug notwendig, sowie eine Schonung des Kreislaufes (z. B. durch Verwendung einer leichten Abschwitzdecke), führen des Pferdes im ruhigen Schritt, Vermeidung von Aufregung und zusätzlichem Stress.

Artgerecht und in stressfreier Umgebung gehaltene Pferde, die naturnah gefüttert und rechtzeitig wirkungsvoll entwurmt werden, sind meist resistent gegen eine Kolik.

PAP 1/2011

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