Ich kann reiten…oder doch nicht?   –  Thema Gleichgewicht

Eine Grundfrage, der sich viele Reiter(innen) einmal stellen sollten. Denn auf einem Pferd sitzen und sich herumtragen zu lassen ist nicht gleich der Tatsache, das Pferd auch so bewegen zu können, dass es gerne das tut, was man von ihm möchte.

Als Grundvoraussetzung für alles was der Reiter am Pferd macht, ist ein absolutes Gleichgewicht desselben! Wenn Pferd und Reiter die gewünschte Einheit bilden, sollte der Reiter dabei dennoch so am Pferd sitzen, dass dieses möglichst entlastet wird und sich dadurch selbstständig in der Form bewegen kann, wie es für die verlangten Übungen nötig ist.

 

Das bedeutet, dass sich der Reiter selbst tragen und ausreichend beweglich sein muss um seinem Pferd das abverlangen zu können, was es letztendlich auch tun sollte. Daher auch der oft zitierte Satz: Das Pferd arbeitet unter dem Reiter. Hat man dieses Gleichgewicht nicht, so beschränkt sich die Figur des Reiters gerade einmal auf ein sich tragen lassen. Beachtet man die Entlastung des Pferderückens nicht entsprechend, wird beim Pferd nicht nur die Gleichgewichtslage gestört sondern auch beim  späteren Aussitzen die Wirbelsäule des Pferdes trotz Sattelpolsterung manchmal gezielt unangebracht überbelastet wodurch es zu Nervenstörungen kommen kann die sich bis hin zur Lahmheit erstrecken können.

 

Da ja das Pferd lahmt und der Reiter keinerlei Probleme hat, werden die Ursachen dafür dann meist beim Pferd gesucht. Der Tierarzt zurate gezogen kann nur die Symptome behandeln; nicht aber die Ursache, die er ja nicht kennt. Medikamente werden eingesetzt, die, von den Kosten einmal abgesehen, sicher insgesamt weder nötig noch förderlich sind. Sie helfen dem Pferd vielleicht bei der Gesundung, können aber das nicht offensichtliche Problem keinesfalls beseitigen. Schließlich liegt es ja beim Reiter.

Vielfach werden dann wiederkehrende Lahmheit auf Einflüsse wie Schlägereien auf Koppeln oder das Vertreten während des Reitens geschoben. Keinesfalls kommt jedoch der Reiter auf den Gedanken, dass die Ursache vielleicht bei ihm zu finden ist.

Pferde werden getauscht und trotzdem tritt dieses Problem immer wieder auf…Ratlosigkeit stellt sich ein!

 

Oftmals wird dann ein Stalltausch vorgenommen, weil die Pferde einfach nicht mehr dem Erwünschten  entsprechen. Und das Ganze geht irgendwann wieder von vorne los. Mag es sich vielleicht auch nicht gleich durch offenkundige Symptome darstellen, das Problem bleibt weiterhin vorhanden; weil es schwere robustere Pferderassen leichter bzw. nicht alle Pferde gleichschwer wegstecken.

 

Bereits am Beginn von Reitstunden werden daher zu allererst Übungen gemacht, die für manchen lächerlich aussehen mögen. Doch gerade diese Übungen sollen dem Reiter langsam das Gleichgewicht vermitteln welches später unerlässlich ist. Dazu muss der Reiter auch seinen „persönlichen“ Sitz finden. Dazu dienlich die bekannten „Sitzlongen“. Für manch talentierten Reiter mag das alles leicht sein; für andere wieder als sehr schwer erscheinen. Gleich dem Lernstoff in der Schule.

 

Natürlich haben es die nicht so gelenkigen Reiter etwas schwerer, doch mit Fleiß kann vieles erreicht werden. Dass Reiten Arbeit des Körpers bedeutet, sollte aber vor Beginn jedem bewusst sein. Gefordert werden die Gesamtmuskulatur des Reiters wie auch die Umsetzung von gezielter Motorik. Nicht umsonst werden Pferde als die „Wunderheiler“ angesehen, die bereits Unmögliches möglich gemacht haben. Das Reiten vermittelt Glücksgefühle welche durch nichts anderes so hervorgerufen werden können. Dadurch stellt sich bei Kindern auch eine bessere schulische Leistung ein und bei Erwachsenen eine gesteigerte Leistungsbereitschaft im Beruf.

 

Doch zurück zum Anfang des Gleichgewichtes; das des Körpers und nicht der Seele.

 

Schafft man es trotz aller Mühe nicht, sich sozusagen selbst am Pferd tragen zu können, möchte man vom späteren Aussitzen im Trab völlig Abstand nehmen und erst einmal das kontrollierte Absetzen im Leichtreiten trainieren. Dazu sollte man versuchen stehend „zu reiten“; und wenn möglich kurzzeitig auch immer wieder ohne Steigbügeln, um den vielbekannten Knieschluss zu festigen. Wenn trotz Steigbügelunterstützung jedoch auch hier die Beinmuskeln wider alle Bemühungen versagen, so bleibt immer noch ein gemütlicher Schrittausritt. Man sollte sich vermehrt dem Pferdeleben am Boden verschreiben, denn auch diese Arbeit ist sehr erfüllend und kann der Seele das geben, was sie zur Alltagsbewältigung braucht. Einfach um das Gleichgewicht und die Ausgewogenheit zwischen Körper und Seele zu finden.

 

Das Reiten sollte zum Wohle des Pferdes auf ein sich im Schritt tragen lassen beschränkt werden; und so werden sich alle durch ein glückliches Miteinander des Lebens erfreuen. Reiten sieht somit leichter aus als es ist; und gleich dem praktischen Leben hinsichtlich beruflicher Tätigkeit, eignet sich nicht jeder gleicher-maßen für diesen Sport. Es gibt viele Facetten mit den Pferden seine Freizeit verbringen zu können…es muss nicht immer am Pferd sein!

 

PAP 4/2012

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