Die große Welt der kleinen Tiere

1. Teil

 

Die fantastische Welt der Wirbellosen wird trotzt der gigantischen Artenfülle von den meisten Menschen nicht wahrgenommen. Aber es ist eine Tatsache, dass wir  Menschen ohne Insekten nicht existieren könnten.

Ich bin überzeugt, dass jeder weiß, wie wichtig die Honigbiene für die Menschheit war und ist. Aber es gibt jedoch noch andere Insekten, die für die Entwicklung der Menschheit von großer Bedeutung sind und waren, wie z. B. die Melibonen, stachellose, Staaten bildende Bienen in Mittel- und Südamerika oder Wachsläuse, die früher in China gezüchtet wurden. Dieses Wachs diente wie das der Honigbiene der Beleuchtung.

Seidenraupen werden seit mehr als zweitausend Jahren gezüchtet. Die Seide von  Bombyx mori wird bis heute für Kleidung und Teppiche verwendet. Die Gattung Anderea wurde für Industrie - Seide genützt. Dazu gibt es eine lustige Geschichte. Ich werde dieses Thema aber zu einem späteren Zeitpunkt bei den Schmetterlingen behandeln.

 

Als Nahrungsquelle wird weltweit fast alles, was sich bewegt, eingesetzt. Die Palette reicht von Schnecken, Würmern, Käfern und Wanzen bis hin zu Skorpionen und Spinnen. In Österreich wurden in barocken Kochbüchern Rezepte für Hirschkäfer - Suppe für Reiche und Maikäfer -Suppe für Arme beschrieben. Bis in die 70er Jahre wurden in Slowenien noch Bienenwaben verkauft, deren Inhalt Larven waren. Nicht nur der Bär delektiert sich an diesen Larven, auch der Mensch schätzt sie als Spezialität. Als ehemaliger Imker spreche ich aus Erfahrung und weiß ich, wie ausgezeichnet diese Larven schmecken. Zur Zeit der Kreuzzüge verbreiteten sich Berichte, die besagten, dass die arabische Bevölkerung Heuschrecken sammelte, die ihnen in Notzeiten als Nahrung dienen sollten. Die Europäer haben Heuschrecken immer als Boten des Teufels bezeichnet und sind in Folge dieser Fehleinschätzung verhungert. Heuschrecken sind schmackhaft und haben sogar im trockenen Zustand eine Restfeuchte, die sie bekömmlich und leicht verdaulich machen.

In fast allen tropischen Ländern werden Käferlarven gegessen. Wenn sich Kunden über die Größe der Larven wundern, sage ich meistens: „Drei Stück und man ist satt.“ Für die meisten wäre es unvorstellbar, so etwas zu essen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Hemmschwelle nur die eigene subjektive Einstellung ist. Der Staat Laos bildet in Bezug auf seine Essgewohnheiten eine Besonderheit: Es werden Spinnen in unvorstellbaren Mengen gegessen. Ich bin erstaunt, dass diese Tiere dadurch nicht schon ausgerottet sind. In verschiedenen asiatischen Ländern werden Wasserwanzen gezüchtet und das nur für den Lebensmittel - Handel.

 

Die Spanische Fliege Lytta (Cantharis) vesicatoria,  eigentlich ein Käfer, wurde als Aphrodisiakum und in höheren Dosen als Potenzmittel verwendet. Die Wirkung war aber nicht abschätzbar, häufige Todesfälle waren die Folge. Heute hat man aber in der Forschung erkannt, dass einige Inhaltsstoffe diese Käfers für die Krebstherapie  interessant sind.

 

Es ist allgemein bekannt, dass Bienen nützliche Insekten sind. Welche wesentliche Funktion Fliegen haben, ist den meisten aber nicht bewusst. Gerade die Muscide sind für den Abbau von pflanzlichen und tierischen Leichen von zentraler Bedeutung. Würde es keine Fliegen geben, würden wir große Schwierigkeiten haben, die tote Materie zu beseitigen. Diese Abbau - Fähigkeiten werden auch in der Forensischen Entomologie genutzt. Wenn ich zu den Fliegen komme, werde ich genauer darauf eingehen.

 

Wie Sie sehen, bilden Insekten und Wirbellose ein wirklich interessantes Thema. Es ist auch von Spezialisten nicht mehr fassbar, wie viele Arten es gibt, wahrscheinlich mehr als eine Million, und es werden laufend neue entdeckt. Es gibt Entomologen, die sogar eine Anzahl von drei Millionen für möglich halten. Es ist erschreckend, wie viele Arten schon ausgerottet sind, bevor diese beschrieben werden konnten. Man findet in Museen bei Durchsicht der Sammlungen immer wieder Arten, die in der Natur bereits ausgerottet wurden.

 

Einfach Entwicklungsgeschichte der Wirbellosen

 

In einem unvorstellbar großen Zeitraum von 2600 – 570 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten primitiven Gliederfüßer, Würmer und Schwämme. Vor 445 - 395 Millionen Jahren entstanden die ersten Arthropoden. Das älteste nachgewiesene Insekt war eine Colembola vor etwa 380 Millionen Jahren. Vor etwa 270 Millionen Jahren entstanden die ersten Käfer.

Vor 136 Millionen Jahren begann die Entstehung und Entwicklung der Blütenpflanzen und die ersten Blüten besuchenden Insekten entwickelten sich dadurch. Vor 70 Millionen Jahren gab es eine Explosion der Arten, die für die Koevolution von Angiospermen und die Artenfülle von Insekten verantwortlich ist und die ein kompliziertes Gefüge zwischen den verschiedenen Arten bewirkte.

 

Seit den 50er Jahren ist ein deutlicher Artenschwund zu beobachten. In den letzten Jahren ist das Artensterben in eine regelrechte Ausrottung übergegangen, dessen Auswirkung auf die Natur noch nicht abschätzbar ist.

 

Es stellt sich uns die Frage, wie viele Arten derzeit bekannt sind? Dies zu beantworten ist schwierig, da laufend neue Arten beschrieben werden.

 

Aber nachfolgend einige Beispiele:

 

Es sind weltweit etwa eine Million Arten von Insekten bekannt. Manche Wissenschaftler halten sogar eine Anzahl von drei Millionen für wahrscheinlich.

 

Coleoptera Käfer: 360.000 Arten

Hymenoptera Hautflügler: 132.000 Arten

Lepidoptera Schmetterlinge: 150.000 Arten

Diptera Fliegen: 134.000 Arten

 

Ich habe hier aber nur die Wichtigsten genannt. Dieser gewaltigen Anzahl gegenüber sind alle Wirbeltiere zusammen nur mit 54.000 Exemplaren vertreten, also eine im Verhältnis verschwindende Minderheit.

 

 

Autor:  

Insekten & Co.

Elsasser Hermann

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www.imkerei-elsasser.austria.at

 


PAP 1/2014

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