Zootiere im Frühling

Das alljährliche Frühlingserwachen der heimischen Fauna zu beobachten ist jedes Jahr aufs Neue eine spannende Angelegenheit: Wenn die Sonne langsam an Kraft gewinnt und die Sonnenstunden länger werden, trauen sich die ersten Insekten zögerlich aus ihrem wärmenden Unterschlupf, Frösche und Kröten begeben sich auf Wanderschaft, die Zugvögel kehren aus ihren Überwinterungsplätzen zurück und beginnen mit der Balz und auch bei den Säugetieren passieren eindrucksvolle Verwandlungen.

 

Obwohl das ganze Jahr über im Linzer Zoo die großen und kleinen Zoobewohner in ihren verschiedenen Gehegen und Behausungen beobachtet werden können, ist das rege Treiben im Frühling auch im Tiergarten eine ganz besonders aufregende Zeit.

 

Frühling – Zeit zum Rausputzen!

 

Die „Prachtkleider“ der exotischen Vögel fallen an den ersten Sonnentagen sofort ins Auge. Diese Farbenpracht ist allerdings erst wieder im Frühjahr zu bewundern, da sich die meisten Männchen während der Wintermonate mit einem einfachen und unauffälligen „Schlichtkleid“ zufrieden gegeben haben. Beobachtet man beispielsweise die männlichen Webervögel während den ersten Frühlingswochen, so mausern sie sich von unscheinbar gefärbten Tieren zu Vögeln mit prächtig buntem Federkleid, die mit ihrem farbenfrohen  Gefieder die ausgewählten Weibchen beeindrucken möchten. Nebenbei betätigen sich die Männchen dieser Tierart auch als hervorragende Baumeister und versuchen so ihren Herzensdamen zu imponieren: Sie bauen komplizierte, kugelförmige Hängenester für ihre Weibchen. Ob diese wunderbaren Bauwerke jedoch als zukünftige Nistgelegenheiten zum Einsatz kommen, entscheidet einzig und allein die Auserwählte. Erst wenn sie das Nest als gut genug befindet, beginnt sie ihre Eier hineinzulegen.

 

Auch bei den Sikahirschen ist im Frühling erst einmal ein Garderobenwechsel angesagt: Das dunkelbraune, wärmende Winterfell wird langsam gegen ein rotbraunes Sommerfell mit weißen Tupfen getauscht, das im schattigen Unterholz als Tarnung besser geeignet ist und auch die Kopfbedeckung des Sikahirschbullen ändert sich: das eindrucksvolle Geweih, das den Kopf des Männchens über die Herbst- und Wintermonate geschmückt hat, wird abgeworfen, wächst aber bis zum nächsten Spätherbst noch größer und prächtiger nach.

 

Einen besonderen Termin hat die Alpaka-Gruppe im Zoo: Die in den Anden vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchteten Tiere sind die kalten Winter- und Frühlingstemperaturen aus ihrer Heimat gewohnt und deswegen mit einem besonders dicken Pelz ausgestattet. Steigen die Temperaturen, wird das dichte und wärmende Haarkleid geschoren. Nach der Schur  - bei der der Kopf ausgelassen wird – hat jedes Alpaka seine individuelle Frisur erhalten, ist nun ein richtiger Blickfang  und erheitert somit nicht nur die jungen Zoobesucher!

 

Die roten Pandas brauchen sich im Gegensatz dazu bei den wechselnden Temperaturen nicht umzustellen: Aus ihrer Heimat, dem Himalaya und dem Südwesten Chinas, kennen die putzigen Tiere die kalte Jahreszeit und kommen sowohl im Winter als auch im Frühling sehr gut bei uns zurecht. Mit den speziell angepassten  Pfoten, und den behaarten Fußsohlen sind die putzigen Kleinbären für die rutschige und eisige Jahreszeit bestens gerüstet. Im Frühling hingegen, können sie mit diesen „Anti-Rutsch-Pfoten“ sogar kopfüber einen glatten  Baumstamm hinunter klettern.

 

Frühlingsgefühle im Zoo

 

Die längeren Sonnenstunden und die wärmeren Temperaturen wecken auch im Tierreich die ersten Frühlingsgefühle. Beim größten Laufvogel der Welt, dem Strauß, müssen die Tierpfleger jedoch während dieser Jahreszeit besonders Acht geben, da das Straußen-Männchen während der Balz territorial wird und sein Revier auch gegenüber Menschen verteidigt. Die Straußen-Hennen werden dagegen mit eindrucksvollen Balzritualen empfangen, bei denen der Hahn seine Flügel auf und ab schwingt, den Hals aufplustert und mit den Füßen stampft.

Nach der Paarung legt die Angebetete ihre Eier in ein Gemeinschaftsnest, denn der Straußenhahn balz auch mit anderen Hennen. Haben alle Weibchen ihre Eier gelegt, brüten der Hahn und seine „Lieblingshenne“ diese gemeinsam aus.

 

Auch bei den griechischen Landschildkröten bewirken die steigenden Temperaturen eindrucksvolle Veränderungen- sie erwachen aus  ihrer beinahe vier Monate andauernden Winterruhe. Schon im Herbst, wenn die Tage kälter werden, reduzieren die gepanzerten Tiere ihren Stoffwechsel und die Körpertemperatur auf ein Minimum und das Herz schlägt viel langsamer. Sämtliche Verdauungsvorgänge ruhen. Im Zoo verbringen die Tiere die kalte Jahreszeit über in einem Winterquartier mit konstanten 5°C, bis sie im Frühling auf Grund der höheren Außentemperaturen und den starken Luftdruckschwankungen langsam wieder ans Tageslicht wollen. Ab April oder Mai – je nach Außentemperatur – dürfen die Schildkröten wieder in die Freianlage und starten dort die ersten Paarungsversuche. Obwohl das  Paarungsritual von Schildkröten auf  uns Menschen auf den ersten Blick grob wirkt, denn das Männchen verfolgt sein Weibchen auf Schritt und Tritt und versucht dabei, sie am Weglaufen zu hindern, sind die Bisse in die Beine der Schildkrötendame aufgrund der dicken Haut nicht schmerzhaft.  Hat das Männchen sein Weibchen endlich „gestellt“, kommt es zur Paarung, die von charakteristischen Lauten des Männchens begleitet wird.

 

Während bei den Schildkröten im Frühling erst die Paarungszeit beginnt, haben die Ziegen-Mütter um diese Jahreszeit bereits Nachwuchs. Nach etwa fünf Monaten Tragzeit bringen sie  ihre Jungen zur Welt- auch  Zwillingsgeburten sind dabei keine Seltenheit. Die quirligen Jungtiere erfordern natürlich  viel Aufmerksamkeit und wollen mit nahrhafter Milch versorgt werden. Die aufgeweckten Zicklein erfreuen schon an den ersten Frühjahrstagen die Zoobesucher mit lebhaften und ausgelassenen Sprüngen durch die Anlage.

 

Frühjahrszeit- Zeit zum Umzug

 

Auch unsere Erdmännchen sehnen den Frühling und somit die steigenden Temperaturen sehnlichst herbei, denn dann dürfen sie endlich wieder die  Freianlage erkunden. Während des Winters konnten sie fast ausschließlich die warmen,  kuscheligen Höhlen der Innenanlage nutzen, denn unter der dicken Schneedecke wäre die Gefahr viel zu hoch, dass die Höhlen und Gänge einstürzen und die kleinen Tiere unter sich begraben. Umso neugieriger wird daher beim ersten Freigang im Frühling jeder  Winkel der Anlage von der gesamten Gruppe aufgeregt erforscht: während  „Bauarbeiter“ sich um die Instandhaltung der unterirdischen Tunnelanlagen kümmern, die während der Sommermonate neu gegraben werden müssen, beobachten einige „Wächter“ aufmerksam die Umgebung um die übrige Gruppe vor herannahenden Feinden zu warnen. 

 

Einzig die Bewohner im Tropenhaus müssen sich nie umstellen. Sie dürfen – wie auch in der Natur -  das ganze Jahr über bei warmen 30°C, einer konstanten Luftfeuchtigkeit von ca. 80% und regelmäßigen Regen-Duschen verbringen und können in ihrer  unveränderlichen  Behausung von den Zoobesuchern beobachtet werden.

 

www.zoo-linz.at – Mag. Sabina Hildebrand

PAP 2/2013

Webervogel männlich im Prachtkleid

Erdmännchen-Bauarbeiter bei der Arbeit

Hirsch mit fertigem Geweih

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